Formel-1-Buch Der schnellste Kreisverkehr der Welt

 


-> Ein Streifzug durch den PS-Zirkus - von 1996 bis 2016

-> Rennen, Menschen, Geschichten dieser Jahre

-> Faszination Formel 1!

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Bayern-Buch Was für Typen!



-> Bayerns 90er und 00er Jahre 

-> Kultspieler und Legenden - von Basler bis van Bommel 

-> Saisonchroniken der etwas anderen Art - von 1998 bis 2014 

-> Mit Beiträgen von Patrick Völkner und Anno Haak


+ Jeden Cent wert

„Sehr schönes Werk, wie auch nicht anders zu erwarten. Wer eure Blogbeiträge auf Spox kennt, weiß, was gemeint ist. Auf jeden Fall den Kauf wert und gebunden ein Muss in jedem Bayernfan-Bücherregal!“ (Nils Garbes)

+ Ein Muss für jeden Bayernfan - kauft es!

„Ich lese es ständig zustimmend, erinnernd nickend und grinsend. Ihr müsst Euch nun nicht mehr ärgern, niemals ein Tagebuch über Eure Erlebnisse mit den Bayern geführt zu haben. Die Macher dieses großartigen Buches haben das perfekt für Euch erledigt. Kauft es! Am besten in Buchform.“ (Enrico Saft)

+ Allein der Prolog ist schon eine Kaufempfehlung

„Angenehmer, unterhaltsamer Schreibstil, der viele Ereignisse des FC Bayern wieder hervorholt, die tief in der eigenen Erinnerung vergraben sind. Wirklich ein tolles Buch.“ (w-flens) 

+ Super-Buch für alle Bayernfans

„Absolute Kaufempfehlung. Nette Anekdoten abseits der normalen Berichterstattung und ein witziger, erfrischender Schreibstil. Bin durch den Erfolgsfans-Podcast auf das Buch aufmerksam geworden und wurde nicht enttäuscht.“ (hallohering)

+ Champions-League-Niveau

Einfach nur großes Kino. Habe dieses tolle Werk in weniger als zwei Tagen förmlich verschlungen. Selbstverständlich setzt man sich mit der Vergangenheit und den einzelnen Spielern und Machern seines Klubs auch auseinander, aber soviel Hintergrundinformationen wie in diesem Buch hatte ich bis hierher noch nicht vorgefunden. Ein toller Mix aus Geschichte, Tradition, Lachern, Anekdoten, Triumphen, Niederlagen, Statistiken und - was mir besonders gefällt - einer persönlichen Note. Viele schöne Kapitel über einzelne, verdiente Spieler sorgen dafür, dass der gewählte Buchtitel perfekt passt und umgesetzt wurde. Die Erwähnung von Deisler, Sagnol oder auch Hargreaves mit deren diversen Krankheitsgeschichten macht deutlich, dass auch die menschliche Seite im Vergleich zur sportlichen nicht zu kurz kommt. Fällt schwer, etwas besonders hervorzuheben und wird dem Buch eigentlich auch nicht gerecht, aber der Text über (meinen "persönlichen Liebling") Bastian Schweinsteiger, dessen Karriereweg ich seit seinen Anfängen begleite, da ich ihn eben schon immer toll finde, ist ein absolutes Meisterwerk! Was für Typen - diese Mittermeier/Völkner/Haak - was für Typen!“ (Sabrina K.)

+ Super-Buch!

„Vorab eine Info: Wer eine Chronik des FC Bayern erwartet oder eine Auflistung von Fakten sucht, ist bei diesem Buch falsch. Mittermeier und Co. schaffen es, altbekannte Gesichter und gestrige Ereignisse in einer komplett neuen Form in diesem Buch darzustellen. Insbesondere die Spielerkapitel sind das Goldstück dieses Blogbuches. Die bloßen Statistiken eines Bayernspielers findet man in jeder Fußballdatenbank. Den Charakter oder eine prägende Story eines Spielers sucht man jedoch dort vergebens. Genau in diese Lücke platzieren die Autoren das Buch. Hierbei stellen sie nicht den Fußballspieler, sondern den Menschen mit all seinen Stärken und Schwächen in den Vordergrund. Aber keine Angst, Mittermeier und Co. singen nicht nur Lobeshymnen auf ihre Stars, sondern zeigen auch mal die Schattenseiten auf. Dabei erinnert man sich doch ganz anders an die prägenden Bayernspieler der letzten zwei Jahrzehnte. Man wird recht schnell merken, dass es nicht nur die Edeltechniker, Sonnyboys und Torschützenkönige waren, die den Verein in den letzten Jahren ihren Stempel aufgedrückt haben. Nein, man kann damals wie heute über Spieler und Funktionäre sagen, die den FCB prägen und geprägt haben: Was für Typen! Das Buch ist eine echte Kaufempfehlung! Durch einen sehr angenehmen und persönlichen Schreibstil gepaart mit humorigen Einschüben liest es sich wahnsinnig schnell. Ich bin total begeistert und empfehle dringend jedem Bayern-Fan, das Blogbuch zu lesen!“ (Bene H)

 

 

Früher sind wird für Dich aufgestanden.

Jetzt musst Du wieder aufstehen.

#GetWellSoonSchumi 




#Neuland


Sofern es jemanden gibt, der immer auf dem neuesten Stand bleiben möchte: Schaut Vor-Ort-Videos auf YouTube und folgt dem Blog auf Facebook, Twitter oder Google+.   



11Freunde


Im Social Web zählt 11Freunde zu jenen Seiten, die überspitzt gesagt jeder Facebook-Kontakt per erhobenem Daumen würdigt. Da ist es natürlich cool, mit eigenen Beiträgen glänzen zu können.


12.05.13  Begegnung der nullvierten Art (Gewinnspiel, 3. Platz)

04.03.15  Ein Mann wie Steffi Graf

26.03.15  C'est Zidane

07.04.15  Und ewig schraubt der Biber

15.10.15  Effenberg heißt heute Robben

04.11.15  Doping für die Haare

03.05.16  #Wadlbeißer

 


Eurosport



Der Pizarro von Eurosport: Von Januar bis März 2015 schlug ich erstmals auf, im Juli kehrte ich mit wehenden Fahnen zurück und blieb bis Oktober. Im Januar 2016 rotierte die Drehtür zum dritten Mal - nicht live auf Periscope, ohne Gepäckwagen und lila Pullover. Tja. Stadioneinsätze, Hintergründiges, Glossen und Satire, weiter geht die wilde Fahrt.

Alle Artikel

 


FOCUS Online


Langweilig wird's mir nicht...

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1&1 (web.de/gmx.net)


...nein, nicht wirklich.

02.11.15  Mourinho: Nur noch ein erfolgloses Großmaul?

03.11.15  Ein Schuss, ein Tor, zwei Müllers!

10.11.15  Beckenbauer und die WM-Vergabe: Kaiser in der Klemme

11.11.15  Beckenbauer: Unter Druck? Welcher Druck?

20.11.15  Klopp bei Liverpool: Eine Zwischenbilanz


23.11.15  Guardiola-Nachfolge: Macht es Sammer?

26.11.15  Müller muss sich entscheiden: Legende oder flügge werden?

01.12.15  Jahresrückblick - Mein BVB-Jahr: „Das Verhalten von Reus war nicht tolerabel“

04.12.15  Jahresrückblick - Skandale umd Fifa und DFB: Ist der Fußball noch zu retten?

21.12.14  Fifa-Palaver: „Was ist denn hier passiert?“


26.01.15  Klopps Titelchancen mit Liverpool

23.03.15  Löw, der Baumeister - und die Problemzonen der DFB-Elf

06.04.16  Diese Sportarten waren mal olympisch

14.05.16  Die dramatischsten Abstiegsfinals aller Zeiten

16.05.16  Guardiola gehört nicht zu den fünf besten Trainern der Saison



SPOX
















Von April bis September 2014 durfte ich mich bei SPOX im Online-Journalismus versuchen. Immer wenn meine Fingerkuppen gewinnbringend über Unterföhringer Tastaturen wanderten, entstanden Erzeugnisse, die hier aufgereiht sind. Von Rosberg über Halep bis Sagnol. 


03.04.14  Der verwandelte Nico Rosberg: Kontrollierte Euphorie

17.04.14  Ferrari in der Krise: Cavallino ramponiert

01.05.14  Das Vermächtnis des Ayrton Senna: Sterben, um zu leben

13.05.14  Ciro Immobile im Portait: Turiner Torello

17.06.14  Südkoreas Bezug zu Deutschland: Taeguk Warriors - Made in Germany

20.06.14  Die Formel 1 kehrt nach Österreich zurück: Wie Red Bull in Spielberg Regie führt

07.08.14  Der F1-Zuschauerschwund in der Analyse: Verloren im Labyrinth


20.08.14  Simona Halep im Portrait: Heiß auf die Nummer eins

27.08.14  Red Bull Salzburgs Torjäger im Portrait: Soriano - El Kapitan

05.06.14  Sinan Kurts Wechsel zum FC Bayern: Alles auf Risiko

06.09.14  Das machen Barthez, van der Sar & Co. heute: Welttorhüter? Torhüter von Welt!

10.09.14  Fernando Torres beim AC Milan: Endlich wieder Kind sein

12.09.14  Thomas Meggle trainiert den FC St. Pauli: Hoch auf dem braunen Wagen

23.09.14  Willy Sagnol bei Girondins Bordeaux: Auf Hitzfelds Spuren


 

FUMS

 

FUMS, das steht für FUssball Macht Spaß. Was auch sonst. Als unregelmäßiger Beitragsbringer engagiere ich mich seit Jahresbeginn 2014, wahlweise mit Revue-passierenden Ergüssen oder als Hobby-Orakel.



-> Kommentare und Kolumnen, Vorhersagen und Rückblicke, Hommagen und Verrisse 

05.03.15  Reifs letzte große Liga-Show

04.03.16  Alles nicht mehr drogba...

11.08.15  Die Saisonvorschau 2015/2016. Kann Spurenelemente von (Wort-)Witz enthalten

20.03.15  Augen zu und durch!

19.12.14  Abgefahren

18.11.14  Deutschland vs. Spanien (Ruuuuuuuuudi)

02.11.14  Ich, Marco!

20.08.14  VfB sensationell, FCB enttäuscht

19.08.14  Paderborn auf CL-Kurs

 


-> W-Ähm...?! 

Während der Weltmeisterschaft gab ich meine seichten Gedanken in der Kolumne "W-Ähm...?!" zum Besten. Unvermeidbare Konsequenz: Brasilianische Ball-Beobachtungen...


11.06.14  Die EZB als FIFA-Vertraute, ein tougher Exil-Bayer und der Po von J.Lo

18.06.14  Lucky Luke für Fortgeschrittene, kaiserlicher Firlefranz und der Jogi mit der Ecke 

25.06.14  Fred Feuerstein, die Schlande von Recife und Hilfestellung beim Bodenturnen

02.07.14  Rosamunde Pilcher, sonderbare Tierwelt und eine jämmerliche Per-siflage

11.07.14  Zurück in die Zukunft

16.07.14  Das Einwohnermeldeamt Gelsenkirchen, die Empathie-Schleuder und Fred

 


-> Mittermeiers Woche 

Der Wochenrückblick offerierte mir ein Territorium zum Austoben. Aufgrund fehlender Zeit und fehlender Muße können vorerst keine neuen Einträge erscheinen; ich hoffe aber, die schmucke Serie eher früher als später fortführen zu können. (Anmerkung: Verlinkungen folgen in Kürze) 

 

06. - 12.01.14  Pep zeigt Pioniergeist, Santander lässt Ball und Gegner laufen

13. - 19.01.14  Ribéry, HSV, Bayern: Der Untergang des Abendlandes

20. - 26.01.14  Vom gelben Bengel und anderen Pannen(diensten)

27.01. - 02.02.  Putzkolonne am Deadline Day

03. - 09.02.14  Gehalt und Gebote

10. - 16.02.14  Felix, du Glücklicher

17. - 23.02.14  Daemliche Elfer braucht das Land!

24.02. - 02.03.  Frankfurter Vehde

03. - 09.03.14  Chile mal

10. - 16.03.14  Is it right - or is it wrong?

17. - 23.03.14  Talk Talk Talk

29.03.14          Zeitumstellung beim FC Bayern - Gisdol ersetzt Guardiola

 


#Hashtag Der Fußball-Talk


Die Sportskameraden Christian (@c_stra) und Florian (@chieff89) haben ein Format begründet: Plauderei auf Hangout-Niveau. Über Fußball. Regelmäßig. Die Stargast-Dichte um Ulli Potofski, Rollo Fuhrmann oder Marco Hageman verläuft getreu der bertivogt'schem Devise, wonach die Breite an der Spitze zugenommen habe. Umso verwirrender, dass auch ich von Zeit zu Zeit in der Sendung vorspreche.

Alle Ausgaben


 

Liebes Tagebuch, ...

 

 

04.02.

TIPP Ich hatte das Vergnügen, in der 77. Ausgabe des Erfolgsfans-Podcast mitzuwirken. Wir plauderten über den mauen Rückrundenstart der Bayern, ich durfte das Buch facettenreich vorstellen - und wurde von Hörern gefragt, wie das Heimspiel gegen Hansa Rostock im Jahr 2000 endete. Unter anderem.


2014/2015 

  

22.11.

TIPP Vor dem Formel-1-Finale in Abu Dhabi (-> Abu Double) diskutieren u.a. Alexander Maack (@amaack), Stefan Ziegler (@MST_StefanZ) und ich (@msportblog) über Hamilton und Rosberg, Ricciardo und Vettel, die Krise und die Konsequenzen. Der getippte Weltmeister darf natürlich nicht fehlen.

 

11.07.

Verlinkt: Die Entwicklungsgeschichte der Nationalmannschaft vom EURO-Deasster zum WM-Finalisten wurde in die Link11 von Fokus Fussball aufgenommen. Vielen Dank dafür! Ich finde die Einbettung immer sehr amüsant, diesmal taucht der international erprobte Name Mittermeiers Sportblog zwischen SPIEGEL und Guardian auf... 


31.05

TIPP SPOX macht erfinderisch: Mit Praktikanten-Kollege Sebastian Hahn (@Seb_Blah) werde ich - so der Plan - zukünftig über die aktuelle Weltlage debattieren. Oder über Sport. Müssen wir von Fall zu Fall entscheiden. Die erste Runde geht an den Sport - sofern das, was die Nationalmannschaft betreibt, als solcher verstanden werden darf. Jogi greift schon mal zum Rasierer und wetzt die Klinge. Wen es erwischen kann/soll/muss? Hier entlang.  

 

05.05.

TIPP Episode 41 von Blogspot360 im Sportradio360 - und Moderator Patrick Völkner (Kommentar der Woche) bespricht mit Axel Goldmann (Der 4. Offizielle) und mir die Gemengelage zu Kölner Aufstiegen, Münchner Krisen - und den SC Paderborn.  


28.04.

TIPP Vor dem Halbfinal-Rückspiel der Bayern gegen Real haben sich Florian Hellmuth (@chieff89), Stefen Niemyer (@fcblogin), Jens Pötter (@jenspoetter) und ich (@msportblog) in einem weiteren Google-Hangout über das Spiel, die Situation und alle möglichen Absurditäten unterhalten. Unausgesprochene Einigkeit: Bayern gewinnt 3:1 durch Pizarro in der Nachspielzeit...

TIPP Was im Hangout verbal geboten wird, liefert die SPOX-Fünferkette in Schriftform. Angeregte Diskussionen zu Bayern gegen Madrid. Es philosophieren: Drei Chefs, darunter Fatih Demireli (@DemireliDE) - und schon wieder ich (RoyRudolphusAnton). 


06.03.

TIPP Eine knappe Woche vor dem Formel-1-Auftakt wagen wir uns an etwas Neues - einen Hangout auf Google+. Initiator und Moderator Florian Hellmuth (@chieff89), Domenik Lange (@theblogofsports), Sascha Mohr (@MS2K), Karsten Spangenberg (@firefighter_HGB), Lars Schabo (@LarsSchabo), André Seidel (@andreseidel) und meine Wenigkeit (@msportblog) sprechen in knapp zwei Stunden über Testfahrten, Fahrer und Teams, Regeländerungen und die Formel 1 in den Medien. 


24.01.

Wie schön: Die Sucht-Geschichte hat mir zu einer zweiten Erwähnung in der Link11 auf Fokus Fussball verholfen. Besten Dank dafür!


08.01.

TIPP Ich freue mich, Euch im neuen Jahr in dieser Rubrik begrüßen zu dürfen. Gleichzeitig darf ich ankündigen: Zukünftig wird es Einträge im Tagebuch-Style nicht mehr hier, sondern separat geben - beim frisch aus der Taufe gehobenen FUMS-Magazin (Fussball.Macht.Spaß). Unter "Mittermeiers Woche" werde ich täglich einige Bemerkungen über das nationale und weltweite Fußballgeschehen loswerden. Entsprechende Links folgen. Das Tagebuch besteht weiter, allerdings primär als Anlaufstelle für Tipps und Hinweise.

Ich hoffe, der Leserstamm (gemessen an den Zugriffszahlen müsste es ihn tatsächlich geben) bleibt dem augenzwinkernden Kommentar auch auf anderer Plattform gewogen!



2013/2014


25.12.

TIPP So, frei nach Olli Kahn: Da ist das Ding! Eine große, teilweise verrückte, hoffentlich humoristische Sky-Weihnachtsgeschichte. Als besonderes Schmankerl - und ja, wir geben es zu: Auch als Leseansporn - haben wir uns eine Aufgabe überlegt. Gesucht ist die Anzahl der aktuellen Sky-Mitarbeiter (Kommentatoren, Moderatoren, Reporter, Chefs etc.), die zumindest einmalig erwähnt werden, entweder direkt oder per zweitklassigem Wortspiel. Wer glaubt, die richtige Antwort zu wissen (oder einfach wild raten will), kommentiert bitte unter dem Artikel. Alle Kandidaten mit korrekter Lösung gewinnen ein Meet and Greet mit Florian oder meiner Wenigkeit, je nach Wahl und natürlich auf eigene Kosten... Kleiner Hinweis zur ungefähren Einordnung: Am Tag der Veröffentlichung hat Stefan Hempel bei Facebook auf 46 getippt - ein guter Versuch, aber dann doch weit darunter.

Unabhängig davon wünschen wir viel Spaß bei der Story und schöne Tage. Auf ein Neues in 2014. 



















21.12.

TIPP Ausgabe XIV des Bayerischen Quartetts auf mySPOX - und neben dem hochgeschätzten KEMPERboyd darf auch ich (RoyRudolphusAnton) an der rot gefärbten Diskussionsrunde teilnehmen. Geübter Fragensteller: Schnumbi. Link zum Blog: Hier.   


13.12.

In eigener Sache - Rückblick: Das Plädoyer für den Weltfußballer Philipp Lahm brachte mir vor zwei Tagen die Ehre ein, erstmals in der Link11 von Fokus Fußball aufgeführt zu werden - und das in einem Unterpunkt mit der WELT und dem kicker. Jetzt kann ich mich beruhigt zur Ruhe setzen. Für 2013.

In eigener Sache - Vorschau: Zusammen mit Kollege Florian Hellmuth von Planet of Sports ist eine nette Geschichte über die Weihnachtsfeier im Hause Sky entstanden. Veröffentlichungstermin: 24. Dezember, 12 Uhr. Wir hoffen, dass Ihr ein bisschen Gefallen dran findet. Wie sagt man neudeutsch so schön: Stay tuned...

 

08.12.

Breaking News: Matthias Sammer warnt vor dem HSV.


07.12.

Ein Orkan fegte über Werder: Dabei kam Xaver Martinez gar nicht zum Einsatz. Das dutt weh. 


06.12.

In Braslien rollt der Rubel. Und irgendwann auch die Kugel. Die bescheidene Ziehung im Twitter-Ticker:

Ich interessiere mich nur Lose für die WM-Gruppen. Schaue trotzdem mal rein und hoffe auf viele Nieten.

Die Moderatorin ist sicherlich nur wegen ihrer Fußball-Fachkompetenz ausgewählt worden. 

Was hat die Moderatorin mit Geoff Hurst gemeinsam? Ball eindeutig nicht drin. 

Ein Lothar Matthäus hofft, dass die Deutschen a little bit lucky haben. 

Eine Stunde Vorlauf: Die WM-Auslosung hat fast Sky-Bundesliga-Verhältnisse erreicht. Aber auch nur fast. 

Jogi, du musst den Atem spüren!

Erst Kevin-Prince Boateng, dann Jürgen Klinsmann. Irgendwann holt die Vergangenheit jeden ein. 

Gottlob ist die Zeremonie vorbei. #ARD

Beim kolossalen Geltungsdrang der FIFA ist der WM-Pokal bestimmt mit Blatt(er)gold verziert. 

 

04.12.

Beobachtungen des Pokal-Achtelfinals:

Bayerns Nummer 9 spielte mit kurzen Ärmeln und Handschuhen. So findet Man(n)zuKitsch.

ARD-Reporter Steffen Simon überkam offensichtlich eine Erkältung, als er die Torschützen des Bayern-Siegs vor Jahresfrist aufzählte: Zunächst traf Gomez, das 2:0 erzielte dann... Schatschiri. Gesundheit.

Bei Schalke ging das Hoffen heim. Und zwar schon nach einer halben Stunde. Waldi Hartmann hätte gewusst, wann S04 letztmalig ein 0:3 aufgeholt hat. Aber er wurde nicht gefragt. Selbst Schuld, ihr Königsblauen. 

Während Wolfsburg den Prestige-Gipfel gegen Ingolstadt gewann, weil deren Torhüter den Crashtest nicht bestand, stellte sich in Hamburg vor Anpfiff nur eine Frage: Beister den Geißbock? Hinterher war zu konstatieren: Ja, hat kräftig zugebissen. Aua.

  

03.12.

Nico Hülkenberg kehrt zu seinem alten Team zurück: Er beweist ein Herz für Inder.

 

29.11.

Quatsch Combedy Club: Es ist nicht überliefert, ob die holde Maid von Zlatan Ibrahimovic bereits nach einem Plätzchen auf dem heimischen Kamin fahndet, um den Ballon d'Or stilgerecht zu präsentieren. Die Ibrahimovics könnten sich das Suchen getrost schenken, denn Zlatan braucht keine materiellen Güter für das Ego, wie er uns mitteilte: "Ich weiß auch so, dass ich der Beste bin." Sigmar Gabriel kann bei so viel Unsachlichkeit nur den Kopf schütteln: "Lassen sie uns diesen Quatsch beenden." Besser wär's. 

  

27.11.

Live-Spiel, Free-TV, die große Bühne: Bayer Leverkusen wollte etwas für das Image tun. Es gelang... so mittel. Und Leverkusen liegt in der Bundesliga vier Punkte hinter dem FC Bayern. Situationskomik at its best.  

 

26.11.

Endlich! Der Doppelpass wurde in den Koalitionsvertrag aufgenommen. War ja auch an der Zeit nach 750 Sendungen.


21.11.

Krankenakte: Ribéry fällt für den Kracher am Samstag aus. Angebrochene Rippe, das verursacht Schmerzen. Oder auf gut bayerisch: Echte Hiebe. 

Klopp schmelzen derweil die Alternativen. Der BVB geht am Krückstock, sodass nun sogar ein Greenhorn den Durm in der Abwehrschlacht geben muss. Auf ihren Nothnagel haben die Borussen ja letztlich verzichtet.


22.10.

TIPP Es musste so kommen: Im Sportradio360 hatte ich gestern - schöne Grüße aus Hoffenheim - dauerhafte Netzschwierigkeiten zu beklagen. Dennoch (Zyniker werden sagen: Deswegen) ist die 33. Ausgabe des Blogspot360 äußerst hörenswert. Die Sportskameraden Fanny Bates (Fanny Heather) und Felix Flemming (Medien Sport Politik) sprachen mit Spielleiter Patrick Völkner (Kommentar der Woche) über Leverkusen ohne Lewandowski, Bremen mit Defensive sowie die Komplexität der Mathematik. Unausgesprochener Leitsatz: "Das Tor gehört zu 70 Prozent mir und zu 40 Prozent dem Mark Wilmots." 


19.10.

So, bin wieder da: Hatte gestern noch ein Netzloch.


18.10.

Da schaut man EINMAL nicht das Hoffenheim-Spiel, und schon passieren seltsame Dinge. 

Armer Kießling. Versucht den Bundesjogi damit zu beeindrucken, auch die Unmöglichen zu machen. Und kriegt Haue. Wie man es macht, ist es verkehrt. Skandalöw.

Käthe verzapft Käse.

Und Hans-Joachim Osmers pafft genüsslich eine Pfeife.


13.10.

Kevin Kuranyi will zurück in die Nationalmannschaft: Verständlich. Wann die Nominierung erfolgen wird, kann er bereits seinem Namen entnehmen: Nyi.


28.09.

Mein Highlight des mauen Bayern-Spiels: Als Marcel Reif den hausinternen Sonntagabend-Talk "sky90" anpries, indem er von "Top-Gästen" fabulierte, und parallel der Gast Marcel Reif eingeblendet wurde.


18.09.

TIPP Da sich hier im Tagebuch aus Zeitgründen leider recht wenig zuträgt, gibt es nun etwas auf die Ohren. Also im übertragenen Sinn. Gestern vor der Champions League durfte ich zum zweiten Mal bei Blogspot360 zu Gast sein, der Blogger-Runde im Sportradio360. Mit Florian Neumann (Neds Blog), Axel Goldmann (Der 4. Offizielle) und Moderator Patrick Völkner (Kommentar der Woche) plauderten wir über seltsam schmeckende Hamburger, seltsam beseelte Kölner, seltsam (un)zufriedene Bayern und alle anderen seltsamen Dinge des deutschen Fußballsports. Zum Beispiel rheinische Nachbarschaftswürdigung und Werder Bremen. 

   

07.09.

Gute Freunde kann niemand trennen... Mesut Özil hat gestern nach dem Länderspiel gemeint, er habe in Madrid viele Menschen kennengelernt, mit denen er "immer noch" in Kontakt stehe. Schön, wenn Freundschaften die Zeiten überdauern. 


28.08.

TIPP Am Sonntag, den 1. September, tritt der FC Bayern in Passau gegen eine Regionalauswahl an. Kein Spaßkick, sondern eine Hilfsaktion für die Geschädigten der verheerenden Flutkatastrophe. Das Passauer Uni-Radio überträgt die Partie live und in voller Länge vom Spielfeldrand!  


27.08.

Labbadia ist weg: Brunos Mülleimer waren rappelvoll. Hobby-Müllmann Fredi Bobic entleerte sie gewissenhaft - ist er damit selber aus dem Schneider?

 

25.08.

Hoffnungsschimmer für Peer Steinbrück: Wenigstens die Fraktion der Bundesliga-Schiedsrichter tendiert stark zu Rot.

Ansonsten: Klopp hieb - und stichfest. Guardiola ohne Laola. Leverkusen wie immer Zweiter. Dutt, nur Mut. Hamburg im Langzeiturlaub. Keller im Keller. Berlins bestes Stück wird hertha. Und Braunschweig kriecht bereits zu Kreuze: Mein Lieber Knecht.

 

21.08.

Heute treffen Schalke und Saloniki in den Champions-League-Playoffs aufeinander: "Wir sind krasser Außenseiter", sagte Huub Stevens vorab. Und meinte es so. Dann merkte er, dass er nicht mehr mit, sondern gegen Schalke spielt. Schon macht die im Vereinsnamen enthaltene Versicherung (P-AOK) intuitiv Sinn. 


19.08.

Pronaunziäischn: Christian Obergföll gewinnt die Goldmedaille im Speerwurf. Grandios! Zu schön wäre es gewesen, hätte man den zugehörigen Live-Kommentar von den Kollegen des englischen Fernsehens gehört - falls vorhanden. Wie sie mit sich und ihrer Zunge gerungen hätten, jedes Mal, wenn der Speer von der deutschen Athletin auf die Reise geschickt wurde. "Obergföll", ein Name wie geschaffen für die britischen Aussprache. Kanonenkugeln sind nichts dagegen. Da denkt der Formel-1-Fan wehmütig an die Zeiten eines Heinz-Harald Frentzen zurück. 

Der 1. FC Köln holt den Norweger Finne: Andere kaufen den Iren Ireland, den Türken Bastürk oder den Tschechen Cech - der 1. FC Köln holt den Norweger Finne. Einfach so. Ich find's toll.


17.08.

Nö: Marko Arnautovic wechselt nicht nach Glasgow. Wir folgern: Werder Bremen hat keinen Sell-Tick. Weitere Nicht-Transfers (im Schatten des Marko Arnautovic) reihen sich derweil zu übersichtlichen Nicht-Transferketten: 

Cesc Fabregas nicht von Barcelona zu Manchester  --> Wayne Rooney nicht von Manchester zu Chelsea --> Juan Mata nicht von Chelsea zu Barcelona.

Luis Suarez nicht von Liverpool zu Arsenal --> Per Mertesacker nicht von Arsenal zu Bremen  --> Marko Arnautovic nicht von Bremen zu Real Madrid.

Ferner: Robert Lewandowski nicht in die Armutsfalle. Gareth Bale nicht zurück ins Tottenham-Trikot. Lilian Laslandes nicht zum 1. FC Köln.  

 

15.08.

Konsequent: Luiz Gustavo hatte die Wahl. London, Barcelona, Hauptsache Italien. Schlussendlich entschied er sich für: Wolfsburg. Stringent, der junge Mann. Gustavo beschreitet den Gomez-Weg, präferiert Lebensqualität. 

Konsequent: Der FC Augsburg verpflichtet nach Halil Altintop auch Raul Bobadilla. Des weiteren auf der Einkaufsliste: Markus Berg, Ciprian Marica, Mohamed Zidan. Wie auf Twitter fix überschlagen wurde, außerdem David Odonkor und Delron Buckley. #wirsitzenanderquelle

Konsequent: Die designierten Weltmeister von 2014 haben Paraguay ein 3:3 abgetrotzt. Vor eigenem Anhang. Ersatzgeschwächt. Nobel. Bundestrainer Löw, ein Verfechter des Offensivstils, erforschte, wie viele Abwehrspieler man zugunsten einer ausgebeulten Angriffsreihe opfern kann. Wie zu beobachten, war, rang er sich zu einer kompletten Wegrationalisierung durch. Beim nächsten Spiel in Kaiserslautern, wo sie besonders dem Sportskameraden Gomez einen roten Teppich ausrollten, wird Löw auf Altbewährtes zurückgreifen. Nein, nicht Klose, der jetzt wieder zwei Tore hinter Müller liegt. Für die Restaurierung hilft auf dem Betzenberg nur noch der Mars(c)hallplan. 


13.08.

Let's get the party started: Während die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im dieser Tage unvermeidlichen Mainz mit dem Vorglühen beschäftigt ist, hat die Party im nahe gelegenen Moskau längst begonnen. Die feierwütigen Gäste ziehen bereits angetrunken um die Häuser, manche rennen so schnell, als würden sie überhastet vor den Behörden fliehen. Dabei ist Hausfriedensbruch im kameradschaftlichen Russland doch nicht einmal der Rede wert. Andere wollen kein Risiko eingehen und verweilen da, wo die Mukke am Lautesten dröhnt. Mit gewagten wie traumwandlerischen Sprüngen versuchen sie, beim Publikum Eindruck zu schinden, bevor sie einen Absacker von der Latte auf die Matte hinlegen. Raphael und Björn tun sich besonders hervor, ein französischer Miesemeter weniger. 

Die Bude vibriert, die Stimmung kocht, und es kommt vor, dass der Pulk überdreht - teilweise werden Gegenstände wie wild durch die Luft geschleudert, fast so, als gäbe es einen Preis für den weitesten Wurf. Schreie beim Akt der Ausführung erzeugen schmutzigen Interpretationsspielraum für den vornehmen Fremden. Robert, der deutsche Partylöwe, hat sich sogar schon lasziv die Kleider vom Leib gerissen. Leichte Athletik.  

 

12.08.

Wo wir gestern die Mainzer gestreift haben: Da bezogen sich sogenannte "Engpässe" nicht auf eine taktische Variante in Tuchels Matchplan, sondern betrafen logistisch-personelle Probleme im Schhienenverkehr - es fehlte der Teamgeist. Das zumindest stellt eine Parallele zum gemeinen Fußballspiel dar. Überaus praktisch also, dass der Gast just an diesem Wochenende Stuttgart hieß, denn im Schwabenland weiß man mit Bahnhöfen und deren (notwendigen!) Ausbauten bekanntlich etwas anzufangen. Die kühne Kombination zu Mainz 21 aber ist überholt. Viel besser eignet sich seit Sonntag: Mainz 32 Stuttgart.


11.08.

Notizen zum Aufgalopp: 

Hertha BSC fieselt die Frankfurter mit 6:1-Toren ab. Das Berliner Überfallkommando zeigt: Auch der Fußball steckt knietief im Dopingsumpf.

Dem runderneuerten FC Bayern stehen schwere Wochen bevor. Erstes Spiel, erstes Eigentor, Elfmeter verschossen und in der Tabelle hinter einem Aufsteiger - wie lange Pep Guardiola noch in Ruhe herumfuchteln kann, ist unklar.    

Bremen gewinnt in Braunschweig erstmals seit der Jahrtausendwende ein Fußballspiel. Glückwunsch! In Mainz wird gemüllert, in Dortmund aubameyangt, und Schalke lässt gegen den HSV bereits eine Handschrift erkennen: Krakelig, unleserlich.

Zum Schluss ein bemitleidenswerter Abstecher in die Pokaltrommel. Wiedenbrück war nach der Auslosung nicht ganz so amüsiert. Der erhoffte Knaller blieb aus, statt des Feinschmeckermenüs wird biedere Zweitligakost aufgetischt. Trotzdem sollten die Amateure jetzt nicht den Kopf in den Sand hausen.


Liga-Einlauf (1) 

Gestatten: FC Demut München, vertreten durch einen ehemaligen Weltklassespieler, der heute Glatze trägt und nicht Guardiola heißt. Und wenn man Matthias Sammer Woche für Woche beim Füße-Festtackern auf dem Boden beobachtet, halb belehrend, halb besessen, birgt das etwas Fiktives in sich. Die bayerische Walze macht alles platt, holt den Telekom-Cup, den Hoeneß-Cuß, den Audi-Cup, schlägt sogar den BSV Rehden im DFB-Pokal, sprintet weiter, von Manie zermalmt, „irgendwann kannst du die doch nicht mehr jubeln sehen“, greinte schon Oliver Kahn, als die Welt noch gerecht war und Fußballschuhe noch schwarz. 

 



















„Wir wollen Meister werden!“ Es wäre so ein simpler Satz, einfach strukturiert, ohne komplexe Hypotaxe, sodass es selbst denjenigen federnd von den Lippen gehen müsste, die „IQ“ für ein Label des neuesten Smartphone-Modells halten. Doch Ziele, Hoffnungen, Wünsche, die auch nur indirekt die Meisterprüfung streifen, scheinen seltene Phänomene geworden zu sein, so rar wie ein vierblättriges Kleeblatt - erst recht nach dem Abstieg von Greuther Fürth. Die Liga als ewiger Lehrling. Auch der Bayern-Sammer würde am Liebsten noch am 33. Spieltag, wenn der Titel seit eineinhalb Monaten feststeht, vor den Gefahren warnen, die gegen den HSV lauern, vor dem bedrohlichen Fanal, das den zuckersüßen Festwochen ein Ende bereitet. Wahrscheinlich tut er es auch.

Liga-Einlauf (2)

Gedämpfter Lautsprecher: Die Bundesliga ist zur Memmen - und Operettengesellschaft verkommen. Wo hat sich das Selbstverständnis des gestählten Männersports verkrochen, wo das bärbeißige Naturell, wenn nun schon Spätpubertäre zu affektierten Medienfiguren werden und man seit Jahren - voller Neid - auf feminine Turnier-Triumphe schielen muss? Auf welcher Strecke der Republik hat man den Faden verloren? Vielleicht auf dem Wald-und-Wiesenweg nach Hoffenheim? Wer traut sich noch, vorlaut vorzupreschen und sinnbefreit, aber unterhaltsam zu pöbeln? Gut, Tim Wiese, aber der spielt ja ein wenig außer Konkurrenz (ambivalent, toll!). Ansonsten: Ergreifende Dürre. 

Einmal Realismus mit allem, bitte! Borussia Dortmund, nachweislich fleißigster Punktehamster in zwei der letzten drei Jahre, ebenso verifizierter Champions-League-Final-Teilnehmer, dieser Graue-Maus-Klub verbreitet unisono die Empfindung, dass der Abstiegskampf bereits begonnen habe. Gegner am 1. Spieltag ist Augsburg, dann wartet Prüfstein Braunschweig, und man muss kein Prophet sein wie Matthias der Mahner, um zu bemerken: Das wird eine ganz harte Saison. Härter noch als die vergangene. Und die war schon härter wie das vorherige Spieljahr, welches sicherlich härter war als alles, was man jemals glaubte, erlebt zu haben. Sturm-und-Drang weicht Realismus. „Brutal“, pöhlert Jürgen Klopp.

Liga-Einlauf (3)

Halten wir also fest: Keiner will Meister werden. Erstaunlicherweise versprühen die Ränge fünf bis sieben einen erheblich größeren Reiz, wie Magnettafeln ziehen sie die Bundesligisten an. Wen juckt da Platz eins? Leverkusen wie üblich nicht, davon hält sich Bayer 04 strikt fern. Stattdessen gedenkt man, den „Europapokal“ zu erreichen. Schalke will „international dabei sein“, Gladbach „an Europa“ schnuppern, Hannover strebt „wieder nach Europa“, Wolfsburg wähnt sich im Dunstkreis der Bayern, sieht aber tatsächlich die Nebelleuchte Nürnbergs. Und Hamburg möchte sich, hüstel, „für den Europacup qualifizieren“. 

Nur Bremen hält verängstigt Abstand: Dort will man die Klasse halten - und hofft, dass die Profis dies nicht wörtlich nehmen. Sonst sieht‘s düster aus.  

  

06.08.

Gründliche Recherche in der Lokalpresse hat folgende bisher unbeachtete Schlagzeilen zum DFB-Pokal-Wochenende hervorgebracht...

+++ Hommage an den Ex: Werder Bremen erinnert bei Drittligist an Ära Schaaf +++ Schwer verdaulich: Gladbach mit Bauchschmerzen in Darmstadt +++ Pep Guardiola lobt Wilhelmshafen: "Super, super Mannschaft!" +++ Sensation in Jena: HSV eine Runde weiter +++ Trostpflaster für Lippstadt: Chiara Ohoven wird Vereinsbotschafterin +++ Heiß und trocken: Regensburg schimpft auf Wettergott +++ Gute Berliner Tradition: Hertha lässt sich mit Fertigstellung Zeit +++ Nöte in Nöttingen: Schalke erwägt Kuranyi-Rückkehr +++ Vegesack-Trainer enthüllt: Besuchte Motivationsseminar bei Jürgen Klinsmann +++ Triumph in Karlsruhe: VfL Wolfsburg fühlt sich für Meisterschaftskampf gerüstet +++ Lizenz nach Ausscheiden in Gefahr: Fortuna Köln plante mit Europa-League-Einnanhmen durch Finalteilnahme +++ Fans laufen Sturm: Warum kam Rosenheim gegen Aalen nicht live im Free-TV? +++ RB scheitert in erster Runde: Nun auch Formel-1-Engagement auf der Kippe +++ Nicht der Rehde wert: Bayern quält sich zu 5:0 über geschwätzigen Gegner +++

 

01.08.

Hilfestellung in 140 Zeichen: Sooo, es ist August, das bedeutet, der Juli liegt hinter uns, was wiederum für mich impliziert, dass der Rubel wieder rollen kann. Was ist seit Mitte Juli, mit Unterbrechung der letzten Wasserstandsmeldung (-> türkisblaues Meer a.k.a. Freibad), nicht alles passiert!? Großbritannien grübelt monarchisch-demokratisch über einen Vornamen, Pep Guardiola steht auf einer Stufe mit Gott (mindestens), aber eine unter Herzogin Kate, und Deutschlands führende Torsteherin mutiert zur Titangerer. Oder wie Bernd Schmelzer schnappatmen würde: "Sie ist eine Göttin!" Doch dazu später mehr. Für all diejenigen, die - außer dem Jancker-Text auf dieser Seite - von den weltbewegenden Wallungen nichts mitgekriegt haben, sollen einige hilfreiche Tweets ein wenig Hilfestellung leisten.

16. Juli: Rui Costa hat die 16. Etappe der Tour gewonnen. Luis Figo greift nach dem grünen Trikot. Fernando Couto und Vitor Baia strampeln für ihn.

20. Juli: Wenn Raikkönen wirklich zu Red Bull wechselt, sagt er den Österreichern: Obacht, jetzt Kimi i...

21. Juli: Nutzen des Telekom-Cups: Weidenfeller darf auf die Nationalmannschaft hoffen. Der Bundes-Jogi steht bekanntlich auf mitspielende Torhüter.

21. Juli: Verdrücke gerade eine Träne. Wusste schon gar nicht mehr, wie sich ein Titelgewinn mit dem FC Bayern anfühlt. Schluchz.

22. Juli: Wegen den deutschen Damen müssen die Bayern ihr Spiel gegen Barca verlegen. Nagellack vor Hoeneß-Cup! Emanzipation der Frau, 2.0.

22. Juli: Derbe Schlappe für Guardiola: "Kate im Krankenhaus" ist wichtiger als "Pep am Frühstückstisch." Ein bisschen mehr Respekt wäre angebracht.

22. Juli: Wehe(n), wenn beim Pressing geschludert wird. Dann poltert Franz Beckenbauer aber: Kaiser-Schnitt.

22. Juli: Endlich! Er ist da! Und Barca spielt bald wieder Tiki Tata! Wahrlich königlich.

23. Juli: Demnächst bei "Aktenzeichen XY ungelöst": Der (tiefe) Fall Rensing.

28. Juli: Genial, der Bernd Schmelzer: "Angerer, sie ist eine Göttin!" Insider-Informationen der Öffentlich-Rechltichen ;)

28. Juli: Englisch für Fortgeschrittene: Immer wenn die Norweger einen Elfmeter geschossen haben, spüren sie Anger(er).

28. Juli: Die Titanin am Boden. Wo ist Sammy Kuffour!?

28. Juli: Schmitt jetzt im Spiel. Deutscher geht's nimmer. Wir gewinnen. Ich fühle es.

28. Juli: Drei Minuten noch. Passt mir auf den Solskjaer auf.

28. Juli: Ob Jogi Löw auch mal Neid in sich spürt?

25.07.

Vorbild Frank Buschmann: Der hält es auch nie durch, sich nicht zu rühren, wenn er das vorher ankündigt. Ist aber auch gut so. Deshalb bin ich kurz aus dem Meer über den Sand rein in den Bungalow gewatschelt, habe den Rechner hochgejagt und fühle mich so frei, unauffällig einen Querverweis zu bringen: Adrian Sutil bestreitet am Wochenende sein 100. Formel-1-Rennen. Irgendwer aus unserem Team von Formel-Woche hat ihm zu diesem feierlichen Anlass ein Portrait gewidmet. Seite 17.

(Mein Bungalow sieht einer Studentenbude im Übrigen verblüffend ähnlich. Und das türkisblaue Meer dem örtlichen Freibad. Aber selbstgedrehte Videos gibt es jetzt keine. Juckt ja niemanden. Ich bin schließlich nicht Buschi. Bedauerlicherweise.)

   

16.07.

Schalke 04 holt Gerald Asamoah zurück. Der FC Bayern steht vor der Verpflichtung von Carsten Jancker. Unumgänglich, beteuert Pep Guardiola, der ein Vakuum im Offensivbereich registriert hatte...

Jancker wird auf dieser Seite tatsächlich bald eine Rolle spielen. In etwa zwei Wochen erscheint ein ausführliches und aufgrund der Länge gesplittetes Portrait über den baumlangen Glatzkopf, der Kult war in München. Bis dahin darf ich auf die Gastblogs zur Tour de France verweisen, die nächsten Montag mit dem vierten Teil abgeschlossen werden. Das Tagebuch macht in der Zwischenzeit mal Pause. Nach all den Guardiolathiagogötzerobertohilbert-Meldungen, RTL-Schrecksensszenarien und gedopten Leichtathleten ist keine Steigerung zu erwarten. Vorerst.


13.07.

Pep, der Baumeister: Als er seine neue Umgebung mit sensiblen Fühlern genügend abgetastet hatte, ließ Guardiola lässig die Muckies zucken. Die permanente Medienkonversation von Kleinkrieg-Kalle und Wischi-Waschi-Watzke ermüdete ihn zusehends. Da unterbrach er die Salbung und machte einen auf Klopp - per Einschreiben wurden (Gift-)Pfeile nach Barcelona verschickt. Und millimetergenau getroffen. Anders im Training, wo Pep zwar die Nerven seiner Spieler, nicht jedoch ihren Nerv punktiert. Guardiolas Perfektionsdrang reicht bis Oberkante Unterlippe, sodass er in Trockenübungen wie ein obsessiver Rockstar mit Luftgitarre herumfuhrwerkt. Alles auf seine Weise! Alles auf seinen Platz! Alles auf sein Kommando! Der FC Bayern wird nicht wiederzuerkennen sein, wenn der spanische Baumeister mit seiner Entkernung der Erfolglosen fertig ist. Die Kiebitze kommen mit dem, was sie sehen, schon jetzt nicht mehr klar. Bloß behutsam vorgehen, jauchzen sie besorgt, ja keine gewaltsame Veränderung. Aber Pep ist seit jeher Klinsmann-Bewunderer. Smarte Schale, revolutionärer Kern. Der Umsturz schreitet radikal voran. Wie aus Insider-Kreisen zu vernehmen ist, konzipiert er gerade eine 0-10-0-Variante. Fluid natürlich. 

     

12.07.

Im gelben Kittel: Nachdem ich mich damit abgefunden habe, dass Erik Zabel bei der diesjährigen Tour de France wohl ohne Etappensieg bleibt, drehen andere deutsche Athleten unerwartet forsch am Rad. Einer durfte sich sogar mal den gelben Kittel überstreifen. Der Himmel klärt sich auf, wenigstens bis zu den nächsten Greipel-Schauern.       

Reden wir über Fußball: Mit einem matten Nullnull sind die deutschen Frauen aus den Startlöchern in die Euro gekrochen. Das war Käse gegen die Niederlande, und er klebte unappetitlich am Gaumen. Ihre Meinung zum Spiel, Herr Hoeneß? "Ich dachte, wir reden über Fußball!?" Verzeihung.    

Reden wir zur Abwechslung über Fußball: Roberto Hilbert wechselt zu Bayer Leverkusen. Tja, auch die Schmalspur will befahren werden. Etwa Richtung Friedhof. R.I.P, UEFA-Fünfjahreswertung. Ertragreicher ist Jürgen Klopp vom Bogenschießen zurückgekehrt. Einen Apfel räumte er nicht ab, dafür traf sein Pfeil die Falltür sämtlicher Konsonanten-Vorräte unserer Existenz. Und siehe da: Dortmunds neuer Götze, der Armenier mit den vielen verwirrenden Buchstaben, hat sich prächtig ins Gebilde eingefügt. Ein Mückennetz ist überflüssig, denn Borussia verfolgt eine klare Strategie - erst verzichten sie auf Vokale, später auf Pokale...


11.07.

RTL wird Länderspiel-Sender: So weit, so schlimm. Man kann es sich zwar lebhaft vorstellen, wie sie es "im Fußballjargon sagen", dem Erfahrungsschatz sei "Dank". Aber will man das? Wenn die Werbeblöcke ab und an für Live-Spielszenen unterbrochen werden. Wenn im Ausscheidungsthriller gegen Albanien die stupide Gewinnspielfrage zum achtzehnten Mal verbalisiert und in voller Montur visualisiert wird. Wenn der Co-Kommentator (= Experte) dem Kommentator (= kein Experte) hochkomplexe Prozesse mit Fachtermina näherzubringen versucht: "Podolski fehlte der Grip." Wenn Rudelbildungen im Nachklapp bei "Explosiv Weekend" beäugt werden. Wenn Kai Ebel Fieldreporter ist. Unbestätigten Gerüchten zufolge plant RTL, die Spiele analytisch-objektiv zu begleiten: "Aus deutscher Sicht". Es wird eine harte Zeit.  

Bayerns qualitativ dünn besetzter Kader lechzt nach Zuwachs: Und dieser Barca-Bub scheint hochbegabt zu sein. Ein Alleskönner. Steckt schon im Namen: Al-can-tara. Einer für Barack? Einer für Bayern.   


08.07.

Adäquate Abrundung: Im Dezember, als letzten Blog des Jahres 2012, hatte ich meine lyrische Ader gebeten, sich bemerkbar zu machen. Sie tat es, gönnerhaft, und brachte ein Gedicht über Mario Gomez zu Tage. Nun, da der Abschied unweigerlich ist in die Toskana und das lila Trikot, mussten Strophen her, die den vier Bayern-Jahren eine adäquate Abrundung verpassen. Leicht abgewandelt und neu kreiert hat die zuständige Versmaß-Abteilung Folgendes an der Pforte abgegeben.

 

In dieser Saison war Gomez anfangs verletzt

und wurde würdig von Mandzukic ersetzt.

Claudio, der Pizza-Dienst, lieferte pünktlich gegen Lille und Lautern,

doch einen Stammplatz konnte er sich nicht klabautern.

Gegen Hamburg wurde ein Viererpack geschnürt -

unser Peruaner war sichtlich gerührt.

Mandzukic rieb sich auf gegen Juve und Chiellini,

Ellenbogen ins Gesicht, das vergess ich dem nie!

Der Kroate kämpfte verbissen und grätschte und traf,

wie das seine Art ist, mit rechts, links und scharf.

Mandzukic blieb unangefochten im Sturm

und war in der Schlacht Don Jupps erster Turm.

Doch er musste zuschauen, als Barca kam,

dafür war Gomez nicht sehr zahm,

er fixierte die Flanke von Käpt‘n Lahm

und hob sogleich triumphierend den Arm. 

 

Als das große Finale anstand im Mai

war Gomez erneut nicht wirklich dabei.

Aber dann, gegen den alten Verein,

durfte die Nummer 33 endlich hinein.

 Zunächst wurde er quasi angeschossen -

klar, dass da keine Tränen flossen.

Die ganze Klasse zeigte sich dagegen beim 3:0,

jubelte Radio-Reporter Hans-Peter Pull.

 

Mario, 113 Mal hast du in vier Jahren genetzt,

es fehlte nur wenig, dass es Rekorde zerfetzt.

Hast oft gestümpert und selten brilliert,

aber deine Quote auf Hochglanz poliert.

Warst meist unbeweglich und nie eine Zierde,

aber knipsen - das war deine Begierde.

Wirst eingehen in Bayerns lange Geschichte

als Rätsel mit ganz besonderer Dichte.

Ständig umstritten, meist beworfen mit Spott,

Vergangenheit, wir haben den Pott!

Und zum Schluss werde ich noch sentimental,

damit keiner behauptet, du wärst mir egal.

Hätte nie gedacht, diese Worte zu wählen - 

Mario Gomez, du wirst mir fehlen.


07.07. 

Beobachtungen vom Tage: Pfeil-und-Bogen-Virtuose Jürgen Klopp legt sich bereits auf die Lauer. Zwar ist sein Equipment nur unzureichend geeignet, aber jammern - das würde ihm nie in den Sinn kommen. Muss er eben Präzisionsarbeit verrichten wie ein Schweizer Uhrwerk: Das Zielobjekt anvisieren, sich behutsam heranpirschen, haargenau zielen. Dann, aber auch nur dann habe der Bogeschuss-BVB eine Chance gegen die Bazooka-Bayern. Robin Hood in Dortmund, Robin Dutt bei Bremen. Die Jagdsaison ist eröffnet.

Dem FC Liverpool des Damentennis blieb der Hauptgewinn verwehrt. Zum Erlegen der saftigsten Beute hatten ihre Geschosse eine zu große Streuung. Die Comeback-Mentalität aber könnte sie auf die Fährte nach Win-bledon tragen, dorthin, wo ein Schotte schon heute angekommen ist. Die bösen Geister aus 77 Jahren sind vertrieben. Er musste dafür keinen Nachlader zücken und auch keinen Joker. Dafür lief er wie ein Wiesel und hechtete wie Boris Becker. Die Besenkammer liegt in Griffweite. 

Notiz aus der Pirelli-Werkstatt: Kaum ist Norbert Haug zurück an der Rennstrecke, zerbröseln Mercedes wieder die Hinterreifen. Das Ursache-Wirkung-Prinzip - oder steckt Red Bull dahinter? Die (il)legalen Barcelona-Tests haben Mercedes jedenfalls in der vor Zusammenhalt strotzenden Formel-1-Gemeinschaft isoliert. Entsprechend pikiert zeigt sich Silber-Boss Wolff darüber, dass sein Team kein Pars pro Toto ist.   

 

05.07.

Immer diese Mode... Lästereien über Erfolgsfans sind ab sofort tabu. Denn jetzt gehöre ich zu ihnen. Seit 23 Jahren kein Tennis-Match in voller Pracht gesehen, wenig Ahnung von den Regeln, aber kaum schlägt und breakt sich eine Deutsche im Halbfinale die Filzbälle ums blonde Haar (ohne dabei zu stöhnen), fiebere ich gebannt mit. Mehr Mode geht nicht. Und wie hässlich die Sommerkollektion wieder mal geschnitten ist! Abstoßend.

Snow(den) von gestern: Das war wirklich großer Sport von Sabine Lisicki, auch wenn der Laie in mir die fachmännische Kommentare im Live-Ticker höchstens zur Hälfte verstand und so auf den hemdsärmeligeren Ton auf Twitter angewiesen war. An unverblümten Schlachtrufen wie "Mach et Bine!!!" oder spontanen Geschäftsideen wie einem T-Shirt-Startup mit dem Aufdruck "I survived Lisicki vs. Radwanska" konnte jedoch selbst ich das Spitz-auf-Knopf-hafte erkennen. Die Engländer brauchten sich da keiner improvisierten Hilfsmittel bedienen. Nicht nur das Publikum in Wimbledon registrierte kokett, wie fahrig Lisicki im zweiten Satz einen "Unforced Error" nach dem anderen produzierte. Die Schwächephase wurde abgespeichert, ist durch die geglückte Finalteilnahme aber längst Snow(den) von gestern. Und falls es im Endspiel gegen die Französin Bartoli ähnlich gut läuft, finden das sicher alle spitze(l). Vielleicht sogar im fernen Moskau. Wer weiß das schon? Viele.     

    

02.07.

Menschen, Reifen, Sensationen: Da wollte sich der geplagte (und unterbezahlte) "Tagebuch"-Redakteur auf leisen Sohlen in den Feierabend mogeln, der sich Pi mal Daumen bis August strecken sollte. Er hielt das auch über eine Woche durch, zuckte hier und da nervös auf der Tastatur herum und beließ es dabei, seine schmutzigen Gedanken in den hauseigenen Twitter-Account zu stopfen. Aber es hilft ja nichts. Die Sportwelt tut ihm nicht den Gefallen, wenigstens für einen Monat still zu stehen, damit er seine Fingerkuppen einer dringend notwendigen Regenerationphase unterziehen kann. Erst funkt ein Radrennen in Frankreich dazwischen (wer konnte schon ahnen, dass es so wichtig ist und ausgerechnet im Juli stattfindet!), dann fliegen in der Formel 1 die Fetzen (das ist universell gemeint), nun sind massig Berichte über Doris Becker in der Umlaufbahn. Wenn Serena Williams davon hört, wird ihr kotzübel - she feels li-sick-i. Mario Götze streift sich derweil locker-flockig, ohne große Aufregung seine neue Arbeitskleidung über. Alles ganz entspannt. Haken hinter.


22.06.

Gestern: In der Formel 1 wird mit eisernem Besen gekehrt. Unter dem Eifelturm versammelte sich die Touristenmeute, äh das Tribunal, um die Reifen-Affäre ins rechte Licht, äh Bild zu rücken. Der gefällte Urteilsspruch ist rigoros: Mercedes wird Illegalität nachgewiesen (per Selbstauslöser) und entsprechend drakonisch bestraft (bitte lächeln). Der Weltkonzern darf - Rückenlehne senkrecht stellen, Gurte festzurren, herausnehmbares Gebiss im Handgepäck verstauen - nicht an den Young Driver Tests zu Jahresmitte teilnehmen. Nicht! an! den! Young Driver Tests! teilnehmen! War Michael Schumachers Rücktritt doch richtig?

Heute: Heieiei, kaum ist von Tour-isten die Rede, platzt die nächste Tour-Bombe. Jan Ullrich, unser Ulle, hat sich bezichtigt, verbotene Substanzen einverleibt zu haben. Soso. Muss ich erst sacken lassen. Ist ja wie ein Fausthieb, den du nicht kommen siehst, der dich aber mit Karamba Karacho am Kinn trifft. Und ausknockt. Ullrich und Doping? Ullrich und Doping! Erschütternd. Ich hätte schwören können, dass wenigstens er sauber ist. Schwören bis auf's Blut.

Morgen: Auf irdische Weise versuchen, die komplexen Kausalitäten der letzten beiden Tage nachzuvollziehen. 

Übermorgen: An dieser Mission scheitern, daher Transzendenz walten lassen und dem Heiland beim Himmel-herabsteigen bewundern.



















21.06.

Tahiti! Das Turnier, welches momentan als Testschiene für die WM 2014 in Brasilien am Laufen ist, war für mich genauso lächerlich wie sein Name: Confederations Cup. Konföderationen-Pokal. Wie unsexy. Nachdem ich die Spiele eine Woche galant ignoriert habe, bemerkte ich meinen fatalen Irrtum. Die Spanier beim stereotypen Gewinnen beobachten, die Italiener beim Kopf-aus-der-Schlinge-ziehen in den Schlussminuten, die Gastgeber bei Konfetti und Krawalle - all das muss es nicht unbedingt sein. Nicht Ende Juni. Doch da ist Tahiti! Der kleinste Stern funkelt am Hellsten. 1:6 waren sie Nigeria unterlegen, das Ehrentor aber zelebrierten sie wie die Schneekönige. Gegen Weltmeister Spanien setzte es eine scheppernde 0:10-Ohrfeige. Was für jeden anderen Verband zehn schlechte Gründe für einen erniedrigenden Bückgang wären, verstanden die tapferen Kämpfer des Kleinstaats als ehrenvolle Lehrveranstaltung. Und lächelten unentwegt weiter. Schön zu sehen, dass es in der heutigen Zeit noch Raum für Menschlichkeit gibt.  

Marmor, Stein und Eisen bricht: Nicht so beim ZDF. Der Steinbrecher hält es als gefolgsamer Bürger mit der Kanzlerin und ist des neumodernen digitalen Raumschiffes überdrüssig geworden. Befindet sich die journalistisch-empathische Unterhaltungsbranche damit wieder im Lot? Na ja. Lanz so schnell geht's dann auch nicht.


20.06.

Keuchendes Gehirnjogging: Deutschland brütet unter der Sahara-Sonne. Schlimm, immer dieser hochtrabende Pluralis Majestatis. Ich zumindest brüte unter der Sahara-Sonne, und im Schweiße meines Angesichts raffe ich mich gerade noch dazu auf, die Tage bis zum Urknall countzudownen: Viermal werden wir noch wach, HEISSER, dann ist Guardiola-Tag. Man erkenne die klimatisch-kalendarischen Zusammenhänge. Das muss an Gehirnjogging für heute reichen. Keuchend und ausgelaugt von so viel Betätigung suche ich mir jetzt ein schattiges Plätzchen. Falls vorhanden. Zur Not packe ich meinen Laptop ein und fahre flugs an einen bisher unbesiedelten Ort - nach Neuland, nahe Berlin. Melde mich dann via Twitter, wenn ich da bin... 


19.06.

Zeit ist mein Stichwort: Hat irgendjemand über die ausgedünnten Wochen und Monate zwischen den Jahren gejault? Über diese teuflische Periode mit dem nicht minder teuflischen Aufdruck "Sommerpause"? Es sei ein Loch, das sich auftue, dozieren die Gelehrten im zweijährlichen Rhythmus, wenn weder ein Kontinental - noch ein Weltturnier die Routenplaner der FIFA in Bedrängnis bringt. Und den Fußball-Fan in Fieberschübe ausbrechen lässt. So wie 2013. Glaubte man. Doch die Sinneskrise muss warten. Stille Momente zum Luftholen werden verdrängt von der Schnappatmung der Ereignisse, die tagtäglich neues Rohmaterial liefert. Wie eine kitschige Daily Soap. In der männlichen Hauptrolle selbstverständlich der fesche Robert, der nicht bekommt, was er will. Als Bösewicht der listige Aki, der geflissentlich die Intrigen spinnt. Es geht hin und her, drunter und rüber, die Drehbuchautoren halten uns im Würgegriff. Sogar der ewige Oka, die gute Seele seiner hektisch-kannibalischen Umwelt, der unaufgeregte Ruhepol, quasi das Inventar der Serie, sogar dieser Charakter wird plötzlich abtrünnig und wandert nach Amerika aus. Unsere Seifenoper - täglich überraschend, zwar mit reichlich überbewerteten Statisten ausgestattet, aber ohne vorhersehbare Wendungen. Und Spanien wird Europameister. Eh klar. Ein roter Faden ist unentbehrlich.  

 

18.06.

In der Mitte des Alters: Eine Woche, bevor Pep Guardiola seine geweihten großen Zehnen auf bayerischen Boden setzt und die neue Zeitrechnung auf dem Planeten Erde einläutet, macht der Sport eine letzte verzweifelte Biege ins Präteritum. Ins Jenseits. Ins Vorleben. Spartenübergreifend nehmen sie sich an den Händen, murmeln dreimal den Zauberspruch und werden ins Mittelalter gebeamt. Nagut, das war übertrieben, wobei Roque Santa Cruz damals wirklich fast in der Mitte des Alters war, welches ihm nun anhängt. Als er 1999 mit Gitarre unterm Arm in München eintraf, zählt er zarte 17 Lenzen. Gefühlte sieben Torerfolge später sind es bald 32. Was mit der Gitarre passiert ist, weiß niemand. Logisch, dass der HSV da zugreifen muss. Der neue Sportchef sieht das genauso und wird auf seiner To-Do-Liste rasch das erste Kreuz(er) malen dürfen. Danach spielt er mit Trainer Fink "Schiffe versenken" im Hamburger Hafen.    

Auch andere Elder Statesmen des Sports erinnern an die gute alte Zeit: Borussia Dortmund ist nach drei Titeln überheblich wie zu besten Schuldenberg-Anhäufungen. Gschaftlhuber Watzke zweifelt am Intellekt von Santana, den Bayern, dem Lewandowski-Clan, ach wahrscheinlich an der Auffassungsgabe aller mit Ausnahme seiner selbst. Roger Federer reckt triumphierend den Pokal in die Höhe von Halle und profitiert von einer unbegrenzten Hallenhöhe. Bei den deutschen Handballern zündelt es nach dem blamablen Scheitern in der EM-Qualifikation. Brand nicht ausgeschlossen. Die Bamberger Basketballer sind Meister - endlich, nach einer schier unendlichen Durststrecke. Zur Belohnung schütten sie massenhaft Red Bull in die ausgetrockneten Kehlen. Der findige Vorstand hatte nämlich eine Kooperation eingetütet: Brose goes Brause. 

      

16.06.

Was ist packender? Alternative eins: Dass Brasilien den Confed-Cup-Auftakt gewinnt und ein Spieler namens Jo (brasilianischer geht's nimmer) das 3:0 schießt. Alternative zwei: Dass bei der Pokal-Auslosung dem 2003er Golden-Goal-Köpfchen Nia Künzer (wer war nochmal dieser Bierhoff?) eine Kugel aus dem Amateur - in den Profitopf fällt. Die humorlosen Krawattenträger des DFB schritten ein, und Sky sah sich um eine angemessene Vier-Stunden-Übertragung mitsamt Expertenkonvoi zum Erstrundenkracher SF Baumberg gegen RB Leipzig gebracht. Kleiner Trost für das Premium-TV: Auch die Partie zwischen SG Aumund-Vegesack und der TSG 1899 Hoffenheim hat seine Reize. Es sei denn, Tim Wiese wechselt doch noch zu Real Madrid.     

 

15.06.

Gänseblümchen: Im Erdkunde-Unterricht des Stürmers von Borussia Dortmund, der so gerne ein Südpole werden möchte, überbietet ein Machtwort das vorherige Dementi, welches auf ein Gerücht folgte, das eine große Seifenblase implizierte. Oder die volle Wahrheit. Es ist kompliziert. Probieren wir es in diesem Wirrwarr mal mit der unbestechlichen Gänseblümchen-Methodik. Glücklicherweise habe ich eins parat. Also: Robert Lewandowski wechselt zu Bayern München. Robert Lewandowski wechselt nicht zu Bayern München. Robert Lewandowski wechselt zu Bayern München. Robert Lewandowski wechselt nicht zu Bayern München. Robert Lewandowski wechselt zu Bayern München. Robert Lewandowski wechselt nicht zu Bayern München. Robert Lewandowski wechselt zu Bayern München. Robert Lewandowski wechselt... Jetzt ist das Gänseblümchen abgebrochen. Mist. 


13.06.

Selbstanzeige: In Barcelona hat jemand so einen Saustall in seiner Wohnung, dass er nicht mal mehr die Steuerbelege findet. Ein Messi eben. Als Sühne verabreicht das Produzententeam von "Mitten im Leben", nein, Verzeihung, die Sonderstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte, den stärksten Tabak. Halt: Tobak. Die ermittelnden Behörden wollen den Spielraum des Beschuldigten, der sich flinken Schrittes auf die Flucht begab, in einer rechtwinkligen Zelle einengen. Gelingt das nicht, besteht akute Verdunkelungsgefahr. Zuletzt wurde (der) Messi in Quito gesichtet. Keine Spur von einer Selbstanzeige auf der elektrischen Tafel.

Papa und Son: Leverkusen hat Ersatz für den verlorenen Sohn Schürrle gefunden und seinerseits einen weiteren Son adoptiert. Da müssen sie aufpassen unterm Bayern-Kreuz, dass ihn Tante Käthe und Onkel Rolf(es) nicht verhätscheln. Aber sollte das passieren, holen sie einfach noch den Schalker Papadopoulos in die Patchworkfamilie. Dann kann der Papa dem Son mit einer saftigen Grätsche die Leviten lesen. Und RTL fühlt sich doch noch heimisch.      

  

12.06.

Im Westen nichts Neues: Die nächte hinterhältige Abwerbung eines Spielers aus dem Ruhrgebiet ist vollzogen. Und wieder - es kommt nicht überrachend - haben die ausgestreckten Fühler Münchnens zugeschnappt. Götze folgt zum zweiten Mal dem Schrei des Südens und wechselt von Bochum nach Unterhaching. Skruppelloses Geschäftsgebaren. Zum Fremdschämen. Wann interveniert Mainz mit Markus Lanz?

Übrigens: Die am Vortag publizierte Offerte behält ihre Aktualität. Damit dem treuen Leserstamm Dank erwiesen wird, heißt es auf unbestimmte Zeit: "Das Angebot gilt ab morgen!"


11.06.

Probepaket: Der Begriff "Nadal" (1. Person, Singular, Maskulinum) wurde ins Französische importiert und zu einem Synonym für "Sand" erhoben. Weitere exklusive Inhalte und Geschichten, aufwändig in Szene gesetzte Reportagen und detailliert recherchierte Storys finden Sie in einem futuristischen Zusatzangebot unter Mittermeier Plus. Genießen Sie Mehrwerte auch ohne Bild(er). Am Besten gleich testen und das Probepaket für 48 Monate abonnieren. Achtung: Dieses Angebot gilt ab morgen. Greifen Sie zu!     


10.06.

Kategorischer Imperativ: The show must go on. Es muss weiter gehen. Ist ja auch allerhand passiert. Hans-Joachim Watzke hat also mit der Faust auf den Tisch gehauen und die andere Pfote auf den langen Hebel gelegt. Siegesgewiss schrie er zu seinem Schatzilein: "Roooobääääärt! Nix mit Bayern!" Die Verve dieses kategorischen Imperatives hätte Immanuel Kant zur Ehre gereicht. Der Philosoph propagierte, man solle nur nach derjenigen Maxime handeln, die zugleich Gesetz werden könne. Und Watzke tat wie befohlen. In diesem Fall eben Transfergesetz, so wie weiland Bosman. Meine Güte, meiner Güter. Spieler sind zu Waren verkommen, zu teurer Fracht, die sich den schönsten und größten und besten Dampfer aussucht, um durch die Weltgeschichte zu tingeln. Was wiederum die Frage aufwirft, in welchem Hafen das Schiff andockt. Vielleicht ja im Heimathafen. Oder an der Côte d’Azur. Sucht nicht der klamme AS Monaco einen Back-up für den Sturm?            

Gehorsamer Nachwuchs: Abseits des Fußballs beging der 1. FC Köln einen Trainingsauftakt ohne Trainer, was nicht übermäßig verwunderte. José Mourinho war im letzten Moment abgesprungen, weil er doch lieber mit Marko Marin zusammenarbeiten will. So wie früher mit Michael Ballack. Dessen Leistung in der vergangenen Woche bringt Jogi Löw ins Grübeln, ob der Capitano nicht eine Alternative für die WM 2014 ist. Wer gegen die USA und Klinsmann verliert, sollte sich Gedanken machen. Explizit hervorzuheben ist hingegen die integre U21. Die Adrion-Adler beherzigten die Philosophie von Commander Löw, wonach sich die gesamte Nati-Struktur an einem gemeinsamen Leitfaden zu orientieren habe. Geschnürt ist er aus Niederlagen gegen Spanien. Vorbildliche Geschlossenheit beim DFB. Das Feld ist gesät - trotz des erschütternden Verlustes von Lichtgestalt Robin Dutt. Es klingt wie eine Drohne. 

    

05.06.

Liebe Leser,

es gäbe dieser Tage viel zu schreiben, viel aufzubauschen und viel zu ironisieren. Über Jupp Heynckes zum Beispiel, der niemals nie sagen will. Über die Triple-Bayern, die den Fußabdruck ihrer Generation eindrucksvoll in die Vereinschronik gedrückt haben. Über Neymar und Falcao, die für irrwitzige Summen zu teilweise irrwitzigen Vereinen wechseln, um irrwitzige Gehälter zu kassieren. Ebenso könnte man Fußball-fremde Spitzenklasse thematisieren wie die von Tommy Haas bei den French Open oder den Sensations-Sieg der Hamburger Handballer in der Champions League. 

Doch manchmal muss man Taktgefühl zeigen. Die Hochwasser-Katastrophe im Osten und Süden Deutschlands ist so ein Anlass. Angesichts der dramatischen Lage wäre es pietätlos, sportliche Vorkommnisse unangemessen satirisch zu apostrophieren. Zu gegebener Zeit wird es auf dieser Seite neue Einträge geben, hier im Tagebuch und übergeordnet als nominelle Blogs. Ich plane eine kleine Portrait-Serie über legendäre Bayern-Spieler aus meiner Kindheit. Sicher freuen dürft ihr euch, wenn ihr denn wollt, auf einen langen und auch persönlichen Text über Roy Makaay. Weiteres wird hoffentlich folgen.

Bis dahin sollten wir den Opfern der Flut vor allem Kraft wünschen sowie den unzähligen (freiwilligen) Helfern große Dankbarkeit entgegenbringen. Diese Menschen sind die wahren Helden unserer Gesellschaft, nicht irgendwelche Fußballspieler, die zu Vorbildern ausgerufen werden, weil sie drei Titel in einer Saison gewonnen haben.

     

01.06.

Dreiklang: Die musischen Klänge des bayerisches Orchesters wanderten elegant zwischen den Oktaven. Mal schrill wie gegen Barcelona, mal bedächtig wie in Hoffenheim, meistens eindringlich und nie stumm. Die Münchner Philharmoniker schufen Stücke zum Überdauern der Gezeiten. 

Dreifaltigkeit: Ullikallefranz, die Troika, das Gestirn. Es steht fest vereidigt und lückenlos an vorderster Front. Gemeinsam formen die Wahl-Bajuwaren ein unumstößliches Wehr. Probleme arrangieren sie untereinander, Nöte Einzelner werden kollegial bewältigt. Ullikallefranz sind: Dein Freund und Helfer, wenn es rumort. 

(Dreisatz: Entfällt aus Gründen mathematischer Unfähigkeit.) 

Dreikäsehoch: Nein, ihr werdet von mir keine ausgeleierten Grimassen zu unserem Kapitän sehen. Partout nicht. Wembley bunkerte für ewig Steine im Brett. Philipp Lahm Fußballgott. 

Dreizack: Ribéry auf links. Quirlig, verspielt, agil. Ein Blitz! Der Ball quellt in die Enge, begleitet von Staunen und Raunen. Robben schlägt mit der Flosse aus, verdrängt die Widerstände, gelangt vor das Korallenriff. Wieder ein Blitz! Arjen, die Meerjungfrau. Das Objekt sticht wie ein Pfeil durch das feuchte Element, und es findet Mario, den Thronfolger. Der dritte Blitz! Ein Kontakt vollendet die Magie. Bayerns Herrschaftsanspruch.

Dreitagebart: Manuel Neuer? Na ja. Bastian Schweinsteiger? Eher weniger. David Alaba? Mikroskopisch vielleicht. Die junge Garde eifert nicht Gerd Müller‘schen Auswüchsen an, schon gar nicht der spirituellen Behaarung Paul Breitners. Sie rasiert sich so oft wie sie verliert. Gell, Tom Starke?

Dreiländereck: Frankfurt, London, Berlin. Erdkunde für‘s Geschichtsbuch. Und das G 8 ist obsoleter Stoff von gestern. Es lebe der Stuttgarter Schwur: Gib Acht! 

Dreidimensionalität: Geradezu plastisch sind die Skulpturen, die der Kunst - und Bildhauerverein aus München in dieser Saison gemeißelt hat. Da türmen sich die Maler zu voluminösen Jubeltrauben auf, da schnellen die Museumsbesucher choreographisch simultan in die Höhe, da gleitet der Architekt waagrecht im Raum, getragen nur von der Manneskraft seiner Schaffenden, frei von Fesseln der Physik. Ein stimmiges Meisterwerk. Wer braucht Picasso? Wir haben Pizarro. 

Drainage: So, nach diesem Anfall erhabener Lyrik wollen wir hoffen, dass die olympische Arena in der Hauptstadt ausreichend präpariert ist. Dass vor allem der heilige Rasen einen Teppich ausrollt. Dass der Dauerregen über Deutschland nicht den Spielfluss überschwemmt. Dass die Drainage eine Spätschicht einlegt. Damit der VfB gezielt nass gemacht wird. 

1, 2 oder 3 - letzte Chance: Die Meisterschaft ist eingefahren, die Champions-League-Trophäe in prächtiger Prosa errungen (vgl. 29.05.), jetzt beschreitet die Equipe des FC Bayern München historisches Terrain. Ein Pokal, der golden glänzt, verziert mit grünen Edelsteinen, repariert nach Stürzen aus Schalker Händen. Der Torbogen ist geschmückt. Tretet hindurch! Sonnt euch im gleißenden Schein der Flutlichter! Und ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn der Jupp abgeht... 

Hangover 3: Die Saga hat bereits zwei monströse Pfeiler in Böden gerammt. Jetzt führt sie der finale Trip zum Triple. Starring: Boateng als zerstreuter Stu, Martinez als lässiger Doug, Gomez als cooler Phil - und der Charakter eures Vertrauens als Alan. Jungens, vergesst meinetwegen, wie ihr dorthin kamt, wo ihr heute morgen aufgewacht seid. Vergesst, was ihr getan habt und was ihr tun sollt. Aber vergesst um Himmels willen eines nicht: Diesen Pott!  



















31.05.

Schreck! Deutschland schrumpft! Und die Süddeutsche Zeitung hält nicht mit Tatsachen hinterm Berg. Wörtlich ist zu lesen: "Besonders betroffen sind die Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Vor allem Menschen, die ins Ausland ziehen, machen den Statistikern zu schaffen." Außenminister Felipe Scolari kannte die Hintergründe, doch behielt sie bis zuletzt für sich. Inzwischen ist klar, dass dem Abfluss ausländischer Mitbürger, gerade aus Berlin, ein systematisches Dekret der südamerikanischen Mafioso zugrunde liegt. Mit Dante und Gustavo wurden zwei kolossale Instanzen an den Zuckerhut eingezogen. Das schwächt eine taumelnde Republik. Und damit nicht genug: Auch eine völkerverständigende Reisegruppe schert ihren Verlegenheits-Tross in einer anderen Zeitzone umher. Dort wird am Sonntag Kaffekränzchen abgehalten, denn ein ebenfalls über die Grenzen geflüchteter Deutscher beglückt seine Landsleute. Interkultureller Austausch auf gut schwäbisch - toll.

    

30.05.

DFB-Embryo im Stadium: Wer genau hinsieht, dem ist vielleicht schon mal aufgefallen, dass der immer gleiche Verfasser dieser immer anderen Zeilen ein Freund des gepflegten Wortspiels ist. Nach dem letzten Eintrag zu schließen, schnappt er über, hier und da, möglicherweise mit Restalkohol in der Blutumlaufbahn. Man weiß es nicht. Was man in persona des geschäftigen Schreiberlings ebenfalls nicht weiß, ist, wie beim epischen Namen des Sidney Sam die Buchstabensuppe umschifft werden soll. Ein Ding des Wahnsinns, die mittelmäßigen Witze springen einem förmlich ins Gesicht. Nun hat der Leverkusener beim Länderspiel gegen Ecuador eine passable Figur abgegeben. Dass die Kirsche auf der Sahne fehlte, lag wohl daran, dass er am gestrigen Mittwoch nicht seinen besten Tag erwischte - der ist für gewöhnlich, klar, der Sam-stag. So erwärmte sich Sidney zwar auf akkurate Betriebstemperatur, geizte jedoch auf der Torschützenliste mit Enthalt-sam-keit. Vermutlich ein biologisches Problem, denn bei der Löw'schen Frischzellenkur haperte es an geeigneten Sam-en. Oder den DFB-Embryo irritierten die Werbepartner im Stadium: Von Sam-sung keine Spur. Überhaupt wies der Austragungsort der Partie einen Mangel an Kompatibilität auf. Jogi und sein Außenstürmer hätten sich in Freiburg heimeliger gefühlt. Dort unten im Badischen, eingebettet im Breisgau, idyllisch an der Drei-sam.

  

29.05.

FC Bayern, bowle! Karl-Heinz Promillenigge hat vor dem Pokalfinale zur Nüchternheit gemahnt. Das Glas sei eher halbleer als halbvoll, stöhnte Kalle, die Spieler sollen sich den Hunger und besonders den Durst nach Titeln bewahren. Die bisherige Saison sei ein Fairy Tail und verdiene eine 1,8. Für einen Cock Tail und eine lupenreine 1,0 muss erst noch Saufkumpane Vaueffbe abgefüllt werden. Schreibt euch das auf die Fahne, lallte Kalle. Das Double mache beschwipst, aber das Triple wäre wunder-bar und würde alle punschlos glücklich stimmen. Zu vorgerückter Stunde könnten sie Jupp Heynckes einen ausgeben, bevor sich der Asket auf seinen Bauernhof zurückzieht oder zu Real Madrid oder auf eine Long Island, und dann Kater auf Hund loslässt. Drei Titel in einem Jahr hatte nicht mal Vodka Hitzfeld abgeräumt. (D)rum reißt euch am Riemen gegen die Stuttgarter Flaschen. Ganz nach der Devise: Eins geht noch. FC Bayern, bowle!

Will A(l)ki Watze eigentlich mit anstoßen? Wäre Fürths Florian Trinks nicht einer für die Münchner Partie-Macher? Und wo rührt Felix Magath gerade sanft bewegt in seinem Pfefferminztee? 



















26.05.

Nomen est Omen: Wollte den Brockhaus-Verlag anrufen. Suchte dafür meine Stimme und fand sie nicht. Erledigte mein Anliegen auf dem Schriftweg und plädierte für die Aufnahme eines Nomens in den deutsch-bayerischen Sprachgebrauch: "Jubelarjen".

Irgendetwas anderes, das loszuwerden wäre: JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!!


MyDay!

Nach Wochen der zittrigen Vorfreude ist es endlich soweit: Die Teilnehmer stehen fest, die Location sowieso, jetzt richten sich alle Objektive auf die Performance unter Extrembedingungen. So ist das nunmal in einem Finale. Besonders bei der Entscheidungsshow von Germany's Next Topmodel. Auch der Wert von Wembley soll lohnend sein. In der Gruppendynamik rund um den Ball bricht selbst die Politik mit ihrer Prinzipientreue. Kanzlerin Merkel, Rostock - und Bayern-Sympathisantin, lässt schwarz-gelb hinter sich, um sich der roten Partei anzuschließen. Herausforderer Steinbrück verfährt konträr - als Dortmund-Fan tritt pe(e)r se gelb an die Stelle von rot. Der Spieltag macht Bündnispartner möglich, die der Bundestag nie hinkriegen würde.   

Was sonst noch so im Fußballkosmos vorfällt (3): Nichts! Absolut nichts! Die Zeit steht still für den fußballerischen Urknall. Heute ist: The Day Before Tomorrow.

   

Ein Tag vor MyDay

Erneut aufbrandender Jubel im Lande: Und erneut wegen eines Champions League-Erfolgs. Das scheint zur Gewohnheit zu werden. Jedenfalls steigt das Finale 2015 in der deutschen Hauptstadt. Es geht steil bergauf mit Berlin, erst hat die alten Dame Hert(h)a ihr Gebiss wiedergefunden, dann kam der Zuschlag vom Michel. Sie schweben über den Wolken - da steppt der Berliner BER...

Wolfsburg ist schon da, wo Bayern hin will: Dass man diesen Satz einmal würde tippen dürfen, ohne sich des schadenden Alkoholeinflusses verdächtig zu machen, ist neutral gesagt bemerkenswert. Bemerkenswert wahr. Der VfL Wolfsburg hat das Triple gewonnen, und das auch noch im Stadion des FC Chelsea. Durch ein 1:0. Wird der FC Bayern von ungeahnter Seite gerächt? Muss Wolfsburg dafür sorgen, dass die Münchner Schicksalsgenossen ihren Stolz zurückerlangen? Tritt gar der niedersächsische Traditionsklub in die Phalanx der Großkopferten des europäischen Klubadels ein, ja erhebt er sich zur Bedrohung bajuwarischer Machtbefugnisse? K11 ist mit Norbert Meier beschäftigt. 00 Klopp, bitte übernehmen Sie!

Was sonst noch so im Fußballkosmos vorfällt (2): Kurze Korrektur - K11 ist nicht mehr mit Norbert Meier beschäftigt. Genauso wenig wie Meier bei Fortuna Düsseldorf. José Mourinho scharrt bereits mit den Hufen. Derweil hat die UEFA als einstimmende Ouvertüre den deutschen Relegations-Clasico Osnabrück gegen Dresden anberaumt. Torsten Frings überlegt, nochmals die Stiefel zu schnüren: Für Alemannia Aachen und für lau. Fraglich, ob Aachen die richtige Adresse ist. Lau-tern schreit förmlich nach billiger Verstärkung, um vielen Menschen doch noch einen Gefallen tun zu können. Der FSV Frankfurt grabscht beidhändig auf dem Transfermarkt-Wühltisch und sicherte sich die Dienste von Sandhausens Marcel Kandziora. In Hamburg sind Schmadtke und Kreuzer die Favoriten für die Arnesen-Nachfolge. Hey HSV! Habt ihr eine Meise? Warum nicht Vogel? In blendender Harmonie mit Fink gäbe das sicher ein Star-Gespann. Und die Spatzen könnten alles wunderbar synchron von den Dächern pfeifen.    


Zwei Tage vor MyDay

Herzattacke und M, die Zweite: Gestern gruselte eine infame Meldung den gemeinen Kölner. Lothar M. sei der neue Geißbock-Flüsterer, nicht wie fälschlicherweise publiziert José Mourinho. Allerdings entlarvte sich der Bericht als Fake, nachdem Gerüchte um eine Verjüngungskur des alternden Maskottchens ins Reich der Fabeln verwiesen wurden.

00 Klopp muss improvisieren: Geheimagent Götze ist dem Trainingscamp entschwunden. Die Waffe für Wembley habe einen Fehlzünder, bedauerte James Klopp - im Auftrag ihrer Watzketät. 

Was sonst noch so im Fußballkosmos vorfällt: Gladbach macht Ernst beim Angriff auf die Weltherrschaft, baggert an Leitner und Holzhauser. Volker Finke lässt die Breisgau-Brasilianer-Puppen bald in Kamerun tanzen. Werder Bremen ist beim Fahnden fündig geworden und hat eine sagenumwobene Figur unter Vertrag genommen, die sich gegen Form, Norm und Normannen auflehnt: Robin Hood. Michael Rensing erklimmt die nächsthöhere Sprosse der Karriereleiter, tauscht die Leverkusener Bank gegen die Düsseldorfer Theke. Ob er Norbert Meier in der Kopfnuss-Affäre entlasten kann? (Mittermeiers Sportblog vom 19.05. 2013) K11 observiert. 


22.05.

Die Trainergilde ist aus den Fugen geraten: Nach Heynckes, Ferguson, Mancini, Schaaf und Wollitz (-> eigener Bericht) vergaß Holger Stanislawski, den Geißbock zu striegeln - prompt gab er pikiert die Bürste weiter. José Mourinho ekelte sich daraufhin bei Real Madrid hinaus, um Hennes ein besserer Tierfreund zu sein. Ein special one. Süß.    

Lizenz zum Tröten: Jürgen Klopp schleimt sich bei den Briten mit der plumpen Mitleidsmasche ein. Jammert von herzzerreißenden Augenblicken, als Susi Zorc ihm kreidebleich jene Kunde überbrachte, die Mark und Bein erschüttern würde. Mark, Bein, erschüttern, da denken wir doch gleich reflexartig an van Bommel und wollen sein Tun, Schaffen und Grätschen nochmals in einem Moment der Besinnung würdigen... Danke. Und nun zurück zu Klopp. Der japste nämlich weinerlich von Geld - und Gier-Imperium Bayern, verbarrikadierte die Türen des heimischen Supermarktes und lamentierte trotzdem über den Schlussverkauf. Stutzte Ferguson zurecht, weil der Sir den Shinji deplatziert eingesetzt hätte, erkannte immerhin seinen lausigen Kleidungsstil, der einen Traumjob in Hamburg verhinderte, und ließ den Eindruck entstehen, er und seine Umwelt ziehen sich jede zweite Woche Rosamunde Pilcher rein - flennend. Schließlich initiierte die nah am Wasser gebaute Hochburg eine Neuverfilmung, die den Münchner Kontrahenten zum arglistigen Blofeld stempelte, Mario Götze zum Bond-Girl und ihn selbst zu: M.

Klopp, der Kämpfer gegen das Böse. Klopp, der Mann mit der Lizenz zum Tröten.

     

19.05.

Der BVB wollte wieder Malaga, doch (Eis-)Dealer Drees spendierte diesmal nur Sauerkirsch: Schmeckte bitter. Fehlt nur noch, dass sie in einer Woche English Breakfast fordern. Kevin Großkreutz hat bereits demütig seinen Verzicht erklärt. Überhaupt wird der verkappte Rastelli immer mehr zur prägenden Figur dieser Tage. Seine Mannschaftskameraden beharren darauf, dass er sich noch Intellekt aneignet, und drückten ihm ein Buch in die Hand - den international nicht gefragten Roman „Weidenfeller“.  

Wie oft hat Hoffenheim gehofft, die Hoffnung nicht aufgeben zu müssen? Offenbar einmal zu selten. Nach dem 2:1 bei Aufbaugegner Dortmund graust es der Liga. Die TSG kann den Retortenschädel tatsächlich aus der Traditionsschlinge ziehen. Dabei hatte der Unterbau schon wunderbar auf Durchzug gestellt. Ein Empfangskomitee war ebenfalls nicht vorgesehen. Kurzum: Die Reinkarnation Hoppenheims war eingeleitet. Doch dann erkannte Jogi Löw seinen Torhüter-Notstand. Zwei Schüsse, beide drin. Trotz Nati-Nominierung. Großkreutz: Ultra schwache Leistung.  

In Düsseldorf konnten sie sich endlich ihre lokalspezifischen Vorteile zu nütze machen: Zurück aus Hannover, feierte die Mannschaft ihre Cascada-ähnliche Punkteausbeute in geeigneter Örtlichkeit: Hoch die Tassen, Fortuna sei mit euch, lautete das abendliche Motto an der längsten Theke der Welt. Der Klub muss runter - die Apfelschorle auch. Allein Norbert Meier becherte in Maßen. Der Trainer pflaumte sich gefrustet auf den Bar-Hocker, beugte sich nach vorn und verpasste dem Tresen eine Kopfnuss. Und noch eine. Das unbeugsame Ding hielt Stand, dafür katapultierte sich Meier theatralisch in die Horizontale, wies hinterher aber jegliche Schuld von sich. Absteiger in der Absteige.

Schalke null vier strandete mit null Zutun als Vierter: Irgendwie hatte es sich abgezeichnet. Freiburg war so frei, artig Spalier zu stehen und sich den Ball zum 1:2 selber ins Netz zu hauen. Gastfreundschaft nennt man das. Hat man sich in Hamburg abgeschaut. Da wurde die höfliche Herangehensweise perfektioniert. Leverkusen dankte es mit Kies und Kanone. 

Jupp Heynckes schluchzte: Die Stimme stockte, dann vergoss der Trainer Tränen. Was die wenigsten wissen: Das ausgebüchste Fohlen weinte nicht wegen der Heimkehr in den Stall. Vielmehr schmerzte es Heynckes, seine Abschiedssaison unvollkommen beendet zu haben. Weder erreichte Bayern 100 Tore, noch 102 von 102 möglichen Punkten. Karge 98 Hütten, schlanke 91 Zähler widersprechen dem Münchner Selbstverständnis, und Heynckes merkte, dass er nicht fähig sein würde, die Luft nach oben in verschließbare Vakuumbehälter abzufüllen. Noch dazu flatterten seit August wöchentliche Mahnungen in sein facebook-Konto. Es ist Zeit zu gehen, findet Matthias Sammer. By the way: Franck Ribéry wird nächsten Samstag verhindert sein. Der Zirkus Sarrasani engagierte ihn als Kunstturner. Star in der Manege ist Franz Beckenbauer.

Und Werder Bremen? Dort registrierte das geschulte Auge einen fortgesetzten Trend. 90 Minuten Fußball gespielt und nicht gewonnen. Das Team ist noch immer vom Mantra des ottokratischen Erben vereinnahmt. 14 Jahre Einsilbigkeit färbten beim 2:3 in Nürnberg unerwartet deftig auf die Spieler ab, auch wenn die sprudelnde Quelle kürzlich versiegte. Ver-sieg-te, oh weh. Die Erinnerungen an gloriose Tage verblassen unter dem Deckmantel des Aufdrucks von 2013. Die Konturen sind unschaaf geworden. Bremen braucht die Sommermonate dringender denn je. Zur Ruhe. Zur Entspannung. Und zur Stärkung. Mir liegt der von Thomas Echin ausgearbeitete Speiseplan bereits vor: Einmal Werder mit allem, aber nicht schaaf! 

  

17.05.

Langsam neigt sich mein Taschentuchvorrat dem Ende zu: Die Melancholie nimmt Überhand. Ein Ende jagt das nächste. In Eindhoven grätschte sich Mark van Bommel per Ampelkarte von der Hauptstraße auf den Parkplatz. Ohne Rückwärtsgang. In Paris posierte David Beckham letztmalig seine Unterwäsche auf dem grünen Rasen. Nebenbei schlug er zwei, drei Flanken. Gestern lächelte er sich in den ewigen Abschiedsstrudel. Und die Dramaturgie wollte es so, dass die heimtückische Welle fast zeitgleich über die (Ebbe) Sandsäcke trat. Christoph Metzelder, die Artikulation mit Stollenschuhen, hört auf. Sky Sport News HD berichtet seither in ergreifender Dauerschleife. Einschalten lohnt sich!

Nationalspieler Großkreutz: Bundes-Jogi Löw hat seine Kader-Kriterien gelockert. Einen Null-Tore-Stürmer wie Kießling sucht man zwar auch beim existentiell bedeutsamen USA-Tripp vergebens, aber bleiben wir bei der Wahrheit: Der im saisonalen Formtief steckende Angreifer hatte seine Teilnahme aus eigenen Stücken abgesagt. Er, Kießling, wolle dem Erfolg der Mannschaft nicht durch chronische Abschlussschwächen im Weg stehen. So rührte Löw in seiner Verzweiflung eine mutige Mischung an, die sich in drei Gruppen gliedert: Alteingesessene Veteranen wie Kruse, Sam und Wollscheid, dazu etablierte Säulen wie Beck, Aogo und Hunt, außerdem ein paar unerfahrene Greenhorns wie Klose, Podolski und Mertesacker - zum Reinschnuppern. Zurück im elitären Zirkel ist Kevin Großkreutz von Borussia Dortmund. "Nationalspieler Großkreutz" - das klingt wie der Eurovision Song Contest: Man muss gleichzeitig lachen und weinen.


16.05.

Chelsea schwimmt. Der Kontrahent in den roten Trikots ist die überlegene Mannschaft, hat klare Feldvorteile, erspielt sich Chancen zuhauf. Torwart Cech und besonders des Gegners Unvermögen lassen die Londoner am Leben, doch im Grunde kann es nur eine Frage von Minuten sein, bis der auf dem Rücken zappelnde Käfer vom Dämonen dieser Finalnacht verschlungen wird. Aber je mehr Zeit verstreicht, desto fieser verfestigen sich ominöse Ahnungen darüber, dass dieser Kampf kein gerechtes Ende findet. Die Frage von Minuten ist obsolet. An diesem Abend ziehen sich Minuten in die Länge. Es wirkt wie ein Vorbereitungsmarathon über eineinhalb Stunden, doch irgendwie krabbelt der Käfer wieder aus dem eigentlich versponnenen Netz. Er tut das in einer Art, die Ästheten zusammenzucken lässt. Kurz vor Ultimo ist alles offen, und Chelsea geht in die Offensive. Das ist nicht oft passiert im Gefecht zuvor. Die Ecke segelt in den Strafraum, Boateng schläft, Drogba köpft, und... Moment, falsch. Nochmal: Die Ecke segelt in den Strafraum, Ivanovic löst sich, Ivanovic köpft, und... Tor. 2:1. Chelsea ist Europapokalsieger. 

Und in meinem Kehlkopf bildet sich ein übler Brechreiz.

     

15.05.

Ein bisschen Nostalgie in diesen gehetzten Zeiten: Heute vor drei Jahren schlossen Kevin-Prince Boateng und Michael Ballack ihren Bund fürs Leben. Wer erinnert sich nicht an die Nachwehen der anschließenden Partynacht? Der verkaterte Capitano musste monatelang regenerieren. Christlich konservativ ist anders. 

Apropos Kirch(en)-Krise: Am Abend treffen Benfica Lissabon und der FC Chelsea aufeinander - doch die Fernsehgemeinde verfährt strikt nach Bremer Beispiel: Was kümmert es den Eichin, wenn sich ein Scha(a)f dran reibt? Soll heißen: Das Endspiel der Euro League genießt bei der TV-relevanten Zielgruppe in etwa die Anziehungskraft von sonntäglichen Gebetsbänken. Dabei ist die Bibel allgegenwärtig. Lissabon wird von Jesus trainiert, Chelsea weiß Moses in seinen Reihen. Hoffenheims Abraham, Kaiserslauterns Abel und natürlich Loddar Matthäus machen sich bereits Hoffnungen auf einen Einsatz. Beistand von ganz oben hätten die Finalteilnehmer jedenfalls bitter nötig. Benfica wartet seit 51 Jahren auf einen internationalen Titel, Chelsea wird permanent auf dem Beichtstuhl vorstellig. Was haben die Londoner bloß verbrochen? Ihren letzten europäischen Cup gewannen sie im Jahre 2012 nach Christus.


14.05.

Redebedarf: Der Pele-Ziehsohn ist bei Bayern im Gespräch. Pele Wollitz bei Osnabrück nicht mehr. Und Abedi Pele? Auch Bayern? Doch Sechzig? Osnabrück? Santos? Hm. 


13.05.

Langstreckenläufer: Die Formel 1 sollte sich ein Beispiel am SC Freiburg nehmen. Während der Automobilrennsport seine Begriffsdefiniton überdenkt und denjenigen zum Gewinner kürt, der am Schnellsten langsam fährt, steht im Breisgau der krasse Kontrast auf der Streich-liste: Das Reservelager. Man spart sich achtundsechzig Spielerwechsel pro Wettkampftag, läuft aber dennoch auf Hochtouren und im flottem Galopp dem Zielstrich entgegen. Der Unterschied von jungen, unverbrauchten Pirelli-Rennreifen zu jungen, unverbrauchten Freiburger Fußballern liegt im Detail. Es sind die Verschleißerscheinungen. Da macht der SC seine Meter. Sie rennen und rennen und rennen und sitzen Schalk(e) im Nacken. Zuletzt sorgte die Kondition von Baumann sogar für den siegreichen Schlussspurt. Und das ohne Zahnpasta.

Anbei die wichtigsten Sportereignisse vom Wochenende: Wigan Athletic schlägt Mancheser Shitty im FA-Cup-Finale. Mark van Bommel beendet repräsentativ sene Karriere. Erzgebirge Aue unterliegt dem FC Ingolstadt mit 0:1. Arminia Bielefeld steigt in die zweite Bundesliga auf. 1899 Hoffenheim hat ein Fußballspiel bestritten.


12.05.

Meister-Impressionen aus München:





































































































































10.05.

Huch, vertan: Erinnert sich irgendjemand an die breakingnewseske Meldung, Heino werde neuer Trainer auf Schalke? Hat es überhaupt jemand gelesen, letzte Woche, hier auf dieser Seite? Wenigstens überflogen? Angerissen? Nagut, dann halt nicht. Ist vielleicht auch besser so. Der als Schlager-Offensive getarnte Nullvierteltakt entpuppte sich nämlich als krächzender Rohrkrepierer, der nicht heldt, was er posaunt. Oder wir saßen alle einem optischen Irrtum auf, als wir die Beine von der (Ton-)Leiter baumeln und den Blick sanftmütig in die Ferne schweifen ließen. Denn heute nahm der Coach des FC Gelsenkirchen zu Schalke seine Sonnenbrille ab, und zum Vorschein kam weder Heino noch ein anderer Blonder mit bewegter Vergangenheit. Wie hieß der noch gleich? Ach ja, Effenberg. Doch eine Identifikation scheiterte am akkuratem Seitenscheitel. Effenberg fauchte. Und wer fuhr sich lässig durchs Haar, während er ins Untergeschoss verschwand? Keller. Bezeichnend. 

Schalke-Boss Tönnies wird die Glaubensrichtung wechseln: Er konvertiert in Kürze zum FC Bayern. Schon am 25. Mai wird sich Tönnies in ein altes Trikot von Hoeneß zwängen, den Münchnern ein saustarkes Spiel wünschen und hoffen, dass der Mittelfeldregisseur ohne Hühnerbrust-Mentalität auftritt. Ein erneutes Schweinielend darf es nicht geben. Schließlich verschlingt Tönnies mit Vorliebe saftige neue(r) Millionen, und deshalb ist es ihm ganz und gar nicht Wurst, wer in Wembley gewinnt. Die ausbaufähige Uneigennützigkeit rührt von der Notwendigkeit liquider Mittel, um Draxlers Ausstiegsklausel hochzutreiben. Vorsorglich denkt der Veganer-Baron bereits daran, die finanziellen Überbleibsel auszuschlachten. Alternativ böte sich eine Kooperation mit einem Brausehersteller an: Red Bull verleiht Geflügel. Tönnies - im Grunde ja doch ein eingefleischter Schalker, der Pute. Äh, der Gute. 

    

09.05.

Moyes-chen spielen: Was ist nur in die Fußballwelt gefahren? Wir schreiben gerade mal Anfang Mai, und überall sind die Lorbeeren schon verteilt. Bayern, Juve, ManU, Ajax, Gala sind hiesige Champions. Barca und Paris Seng Schameng stehen kurz davor. Wo sind sie geblieben, die emsigen Last-Second-Titeldreher? Nichts mehr da, alles aufgebraucht im Jahr 2001. So müssen wir uns in lauen Alltagslüften winden. Don Jupp feiert Geburtstag, Sir Alex Ruhestand. Moyes wird sein Nachfolger. Und der kasachische Nationalspieler Heinrich Schmidtgal wechselt von Greuther Fürth zu Fortuna Düsseldorf. Man hätte gerne Moyes-chen gespielt, als die Verhandlungen in die heiße Phase gingen.  


07.05.

Plaudernde Premiere Am gestrigen Montag war meine Wenigkeit erstmals zu Gast bei Blogspot360 - der Blogger-Runde im Sportradio360. Zusammen mit Felix Flemming (Medien Sport Politik) und Marcel Sprenger (Hirngabel) sowie Moderator Patrick Völkner (Kommentar der Woche) redeten wir über triefenden Abstiegssumpf, stimmungsaufhellende Klatschpappen, gehypte Medienerzeugnisse - und Werder Bremen. In lupenreinem Hochdeutsch vernehmbar: Der Podcast

 

06.05.

Hör mal, wer da hämmert: Hans-Joachim Watzke hat einfach Ahnung von der Materie: Wie hier bereits dargelegt, hat der BVB-Boss den Sportskameraden Miroslav Klose als Lewandowski-Vertreter ins Auge gefasst. Ebenfalls mit Auge, vor allem aber mit Näschen hämmerte und nagelte der gelernte Zimmermann das Spielgerät jetzt fünf Mal in den gegnerischen Kasten. Die Wasserwaage befand sich im Lot, auch das Maurer-Dekolleté verrutschte nicht. Akkurate Maßarbeit nennt man das. Herr Watzke, halten Sie schon mal Leberkässemmeln bereit - so ein Handwerker hat viel Hunger. Wo sie den Miro abholen können? Einfach der Beschilderung folgen: 



















05.05.

Lehre des Staatsereignisses: Ohne Uli Hoeneß fremdelt der FC Bayern. Kaum distanziert sich die Angie vom Präse, verhalten sich dessen Fußballspieler nicht mehr wie CSU-Politiker - sie kannten gestern keine Verwandten...

Klitschko gegen Kloppo: Es ist an der Zeit, dass der ukrainische Stahlhammer von gefaultem Fallobst erlöst wird. Ein mittelharter Hieb auf die Außenhaut, und es macht MATSCH. Das ist zwar exakt der Anspruch, den sich der klassische RTL-Zuschauer wünscht, für das Bildungsbürgertum auf Dauer jedoch ein bisschen fad. Wenn es so weiter geht, verteidigt Klitschko noch mit Ende 50 seinen Titel. Kampfname: "Der graue Star". Reporter: Kai Ebel. Wollen wir das? Es braucht Herausforderer vom Schlage eines Schlagabtauschs. Im Infight gegen Sammer wäre Klitschko ins Schlingern geraten. Klopp hätte ihn über die volle Distanz gefordert. Ohne Boxhandschuhe. Bis der Ringrichter abgebrochen hätte. Der Ringrichter, der Galgenmann.   


03.05.

B-Teams: Ich freue mich. Ich bin geradezu stolz. Ihr könnt Euch auch freuen. Und stolz sein. Nur für Euch, die Leser dieser Zeilen, die Handvoll ausgewiesener Kenner der feudalen Laufmaschen im heillos überfüllten Netz, darf ich folgende exklusive Information preisgeben: Morgen, beim öffentlichen Training in Dortmund, treffen unter Garantie zwei absolute B-Teams aufeinander. Nämlich: B-orussia und B-ayern. Aber pssst: Nicht weitersagen! Das bleibt unter uns, gell!?   

Memo an mich selbst: Dem Mainstream mehr entweichen. Demnächst den Aufstieg von Eintracht Braunschweig ins Programmheft integrieren. Später über die Erstliga-Rückkehr von 1860 München schwadronieren. In diesem Zusammenhang die Frage aufwerfen, was eher eintreffen wird: Das Ende des Löwen-Leids oder die Berliner Flughaften-Fertigstellung.   


01.05. 

Um Real soll es schlecht bestellt sein: Qualität und Preis verhalten sich unproportional zueinander. Das eine lässt nach, das andere schwirrt unvermindert astronomisch herum. Doch dem größtmöglichen Umsatzsprung hecheln sie seit elf Jahren hinterher. Auch, weil keine Kompetenzabgrenzung erfolgt. Der Kassenwart hat sich einmal zu oft verzählt. Abgesetzt! Der Chef-Verkäufer räumt die gesamte Palette an Beauty-Equipment für eigene Bedürfnisse zur Seite. Abgeschminkt! Der Filialleiter liebkost mit einem englischen Handelskonzern im Nobelviertel. Abserviert! Außerdem werden in der Warteschlange rüpelhaft die Ellenbogen eingesetzt, es herrscht ein rauer Umgang. Das alles muss man sich nicht länger antun. Real hat ausgedient - ab heute gehe ich nur noch zu Rewe. Laben wir uns an Realsatire.

   

30.04.

++ Transfer-Ticker ++ Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat Heino als neuen Trainer verpflichtet. Wie der Verein bekanntgab, wolle man mit dem 74-jährigen Routinier die Wege der Zukunft beschreiten. Da sich das gewagte Experiment mit dem juvenilen Jens Keller als nicht salonfähig erwiesen habe und Otto Rehhagel kurzfristig abgesagt hätte, sei Heino der richtige Mann am richtigen Ort, beteuerten die Gelsenkrichner in einer melodischen Presseerklärung. Oftmals wären die unmusikalischen Spieler bei Interviews mit Pauken und Trompeten an der korrekten Oktave vorbeigeschrammt. Heino werde ab kommender Saison dafür sorgen, dass endlich die Töne getroffen werden, summte Andrea-Berg-Groupie Horst Heldt.  

++ Transfer-Ticker ++ Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg verlässt den Pay-TV-Sender Sky. Bei der Kölner Privatanstalt RTL ist er ab sofort hauptverantwortlich für die Suche nach geeigneten Superstars. Dies berichtet die BILD-Zeitung und beruft sich dabei auf wasserdichte Quellen - ihre eigenen. Weiterhin schreibt das Fachmagazin, dass Effenberg (44) bei RTL einen Paradigmenwechsel vorantreiben werde. Um eine geordnete Struktur sicherzustellen, seien die Teilnehmer festen Verhaltensmustern unterworfen. Öffentliche Auftritte sollen vom gestreckten Mittelfinger und einem in den Hinterkopf rasierten Tigergesicht begleitet werden. Davon erhoffe man sich, Wirkung und Wahrnehmung auf die relevante Zielgruppe zu verbessern.       


27.04.

Im dunklen Lichte: Bei den Bremer Sch(l)aaftabletten waren wenigstens Arnautovic und Elia hellwach. Sogar nachts, um halb drei, zwei Tage vor dem Spiel, das müsste man ihnen hoch anrechnen. Den Rest vom Fest überkam dagegen eine mysteriöse Müdigkeit, das ist nichts Neues, geht nun seit 14 Jahren so. Mit dem Unterschied, dass man früher ein wenig ausgeschlafener zur Arbeit erschien und gähnend fähig war, dem Rauschen zu lauschen. Was wiederum die quickfidelen Nachtaktiven in ein - Achtung - dunkles Licht rückt (Schenkelklopfer). Inzwischen liegt die Saison in den finalen Zügen, dreht sich ein letztes Mal von der Seite auf den Bauch und schielt mit halbgeöffnetem Augenlid auf den bedrohlich fortgeschrittenen Zeiger des Weckers. Ob die Werder-Schlafwandler wohl noch rechtzeitig aus ihren süßen Träumen erwachen? Besser wär's, denn die Augsburger Puppenkiste steht bereits stramm dahinter, spritzig und unternehmungslustig. In Bremen dehnen sie bisher nur die schlappen Glieder. Immer wieder, auf und nieder...



















25.04.

Sach et, Olaf! Nach den Eruptionen der Emotionen muss die Knete verteilt werden. Mein kühner Tipp, Bayern würde Barcelona durch einen Götze-Doppelpack mit 2:1 besiegen, erfüllte sich seltsamerweise nicht. Doch Dortmund hat bald Zaster. Wenn Götze wirklich die Biege gemacht hat. Heute zwitschert es hier und da aus den Zechen, dass Julian Draxler die paar hundert Meter vom Schalker zum Dortmunder Trainingsgelände demnächst öfter bewältigen soll. Nicht nur, um - wie bisher - kindlich vergnügt mit Kevin Großkreutz abzuklatschen. Draxler zur Borussia, ein verwegener Plan. Darf man sich von der Hysterie der Massen anstecken lassen? Was sagen Sie eigentlich dazu, Olaf Thon? "Man hetzt die Leute auf mit Tatsachen, die nicht der Wahrheit entsprechen."

Vielen Dank für Ihre Stellungnahme. 


23.04.

Risikoreduktion erster Güte: Beim FC Bayern ist mal wieder alles wichtig, nur nicht das Fußballspiel am Abend. Die Verantwortungsträger beweisen ein außerordentliches Geschick für gekonnte Ablenkunsmanöver. Eben schnell Götze die Lederhose übergestreift, und schon wandert der prüfend-stechende Fokus vom mehreren Millionen großen Gebirge auf einen besseren Hügel mit läppischen 37 Höhenmetern. Risikoreduktion erster Güte ist das, denn die Fallhöhe wird drastisch minimiert, während in Dortmund ein Kohle-Krater aufreißt. Gerissen, die Uli-Erben. Sie haben das Steuer wieder übernommen.

Gomez, Mandzukic, Götze: Pep Guardiolas vereinheitlichende Philosophie ist klar erkennbar. Wann wird bei Mario Balotelli Vollzug gemeldet? Und sind das bei Mario Basler etwa bereits Rauchzeichen am Firmament?

 

21.04.

Die Causa Hoeneß: Wie einnehmend wird sie uns beschäftigen in den nächsten Tagen, Wochen? Monaten? Übermorgen spielt der FC Bayern gegen Barcelona, das sollte ein Festtag werden, eine Zeremonie der und des Außergewöhnlichen, eine Champions Night. Das Spiel liegt weniger als 48 Stunden entfernt, doch die Öffentlichkeit kümmert es nicht. Solange Hoeneß schweigen muss (schwebendes Verfahren), tappen alle im Dunkeln, auch die entrüsteten Ankläger. Werden sich die Anschuldigungen weiter auftürmen, befinden wir uns erst am Fuß der Pyramide? Wenn ja, wo liegt dann die Spitze? Woraus besteht sie - dass Hoeneß von allen Ämtern zurücktritt und sich in die Isolation zwangsverabschiedet? Oder wird er sich rehabilitieren können, wenigstens ohne erkennbare Schäden aus der "Steuer-Affäre" hervorgehen?

Ich möchte euch einen Kommentar nicht vorenthalten, den ich in einem Forum gelesen habe und der meiner Meinung nach kurz und prägnant etwas Elementares anspricht. Bildet euch bitte ein eigenes Urteil:

>> wie soll ich mich in zukunft personen gegenüber verhalten? muss ich mir erst die steuererklärung zeigen lassen? wie bewerte ich einen menschen, nach dem was er ist mit all seinen fehlern, aber auch all seinen guten taten, oder ist es für mich nur noch wichtig: hat er seine steuern gezahlt? <<

 

16.04.

Ein gefährlicher Trend: Inmitten der Abfolge globaler Sportereignisse (beispielsweise Stuttgart gegen Freiburg im DFB-Pokal) werden urplötzlich die Eigenheiten des männlichen Geschlechts zum heiligen Gral erkoren. Da besucht der reale José Mourinho mal die Fürther Trolli-Arena, weil er eben offen ist und neugierig und interessiert am modernen Fußball -  doch alle reden nur über die Haare und den Arsch von Jürgen Klopp. Ein gefährlicher Trend, der in Deutschland grassiert. Amerika ist uns selbstverständlich bereits dreieinhalb Schritte voraus. Neulich prügelte Old Schmetterhand Dirk Nowitzki den Ball oft genug in den Korb, damit er als 17. Spieler der NBA-Historie die 25.000-Punkte-Marke im Nonplusultra der Basketballligen zum Einsturz brachte. Und, juckte es irgendwen? Die ungeteilte Konzentration lag auf einem Rasiergerät. Als der große Blonde in der Kabine seine noch größeren bärtigen Auswüchse auf Babypopo-Niveau zurechtstutzte, filmten Kamerateams dieses packende Abenteuer. Die Dokumentarreihe wird in Kürze auf N24 ausgestrahlt.



















13.04.

Fallen und rollen: Als Jürgen Klopp seinerzeit nach Dortmund kam, pilgerten jeden zweiten Samstag 25.000 Enthemmte gen Süden. Unterschied zur Gegenwart: Die schwappende Masse überkam regelmäßig das Grausen, wenn sie ihren Torhüter bei der Arbeit beobachtete. Der gegelte Mittelscheitel plumpste wie eine gefallene Weide zu Boden, seine Flugrollen waren so spektakulär wie sinnbefreit. Heute gleitet der Meisterkeeper mit dem Anmut eines Panthers in die hintersten Winkel, die Beute ist der Ball, und es kommt vor, dass er ihn mit seinen ausgefahrenen Pranken an den Leib schmiegt. Danach kugelt er sich zwar noch immer spektakulär und sinnbefreit, doch: Who cares?

Als Klopp nach Dortmund kam, vegetierte die Borussia in der fußballerischen Einfallslosigkeit. Ein schlafender Riese mit der unbedingten Betonung auf: Schlafend. Das war vor fast fünf Jahren, 2008. Parallel begann ein anderer Jürgen in München mit Buddhas zu hantieren, aber nicht mit Taktiktafeln. Dieser eifrige junge Mann hatte zu verantworten, wie sein zusammengewürfeltes Torso den FC Barcelona zum Galoppritt forderte. Vom Gaul fiel nur einer. Abrollen nach Dortmunder Vorbild klappte auch nicht. Kurz darauf wurde der Reformer vom Rentner ersetzt. Und so schließt sich alsbald der Kreis.

Jupp trifft auf Barcelona, Klopp hat aus Weidenfeller einen richtigen Torhüter aus einem identitätslosen Klub einen Champions-League-Halbinalisten gemacht. Wenn sie nicht hypernervös agieren, dann ist die Dortmunder Sturm - und Drangabteilung zu allem fähig. Dass Kloppos Jungs gar Favorit sind gegen die königlichen Madrilenen, ist zwar an den Haaren herbeigezogen. Aber wer sich die Entwicklung anschaut, der muss bilanzieren: Dortmund ist unter Jürgen Klopp wieder ein Erfolgsmodell geworden - von der Wurzel bis in die Spitzen...         

  

12.04.

Platzmangel: Unter Umständen steht heute in München der BVB-Prozess an. Türkische Journalisten sind nicht zugelassen. Erstens hat sich Istanbul kürzlich aus eigenen Stücken zurückgezogen (und Madrider Vertretern den Vortritt gewährt). Zweitens enthält die Anklageschrift zu wenige "Ü's". Schuld ist der Platzmangel in "BVB".

Auch in der Formel 1 werden die weißen Flaggen eingerollt: Vettel hat jetzt seine Kriegsbemalung an den Wangen nachgezogen und die Zündschnur für das Red-Bullverfass gelegt. Warum Webber nicht Hals über Kopf die Biege macht? Damit beschäftigt sich bereit die Justiz. Die Gesetzeshüter hegen den dringenden Tatverdacht des schnellen Autos: Eine Steuer-Oase aus dem Lehrbuch.  

  

11.04.

Wie vor Wochenfrist angekündigt, wurden diesen Mittwoch die Italiener verputzt: Schmeckte delikat, besonders der Ziegenkäse Chiellini. Auch das Hauptgericht Conte man gut essen. Für das vorletzte Menü wollen einen gleich drei Speisekarten mit taufrischer Ware ködern. Der Bayer in mir muss sich entscheiden. Entweder gibt's katalanisches Vilanova Tortilla, portugiesische Mou-sse au Chocolat  - oder aber schwäbische Kloppo-Klöße mit Grütze. Äh, Götze.   



















10.04.

Eine Eruption und seine Folgen:

Ob er gestern Abend noch Lust auf Unternehmungen hatte, der Isco? Disco?

Ob er sich weinend auf eine einsame Insel absetzte? Santa Cruz?

Ob er tonnenweise Eiscreme in sich hineinstopfte? Malaga?

 

09.04.

0:1 Joaquin (25.)

1:1 Lewandowski (40.)

1:2 Eliseu (82.)

2:2 Reus (90.+1)

3:2 Santana (90.+3)

That's why we love this sport.


08.04.

(Un-)Ausgesprochene Herzensangelenheit: Anders als von mir im eigentlich kugelsicheren Rückrunden-Rückblick (Datum der Aufnahme: Januar) orakelt, nimmt Peter Neururer vor dem 29. Spieltag doch nicht die Säbener ins Visier, sondern steuert schnurgerade auf die Castroper Straße zu. Peter der Große ist wieder Trainer in Bochum. Eine tolle Geschichte! Viele Trainer oder Spieler faseln oft von einer "Herzensangelegenheit", wenn sie ihre unendliche Verbundenheit zum Verein XY (oder war's YX?) kundtun wollen. Peter Neurerer muss diesen ausgelutschten Ausdruck nicht unter dem Schnäuzer hervorquillen lassen, das hat er nicht nötig. Nicht beim VfL Bochum. Dabei bekäme es aus seinem Munde eine ganz andere Bedeutung. Neururer, ein Mann mit dem Herz am rechten Fleck. Wünschen wir ihm, dass es im Abstiegskampf kein Herzschlagfinale geben wird. 

  

04.04.

Neues aus der Anstalt: In den USA scheitert jede fünfte Ehe am Internet. Mit solchen Kinkerlitzchen halten sie sich in Leverkusen nicht auf. Da braucht es schon die tatkräftige Mithilfe des örtlichen Fußballvereins, dass sich das Traumpaar an der Seitenlinie im Mai scheiden wird. Tuchfühlung auch in Bremen, wo sie in täglichen Abständen handfeste Argumente für den Schwergewichtsgürtel liefern. Nein, Verzeihung, für die Rückkehr zum Schwergewicht. In der Bundesliga. So muss es heißen. Derweil gerät die Akte Hoffenheim zum Fall für die Politik. In pionierhafter Weise wurde dort das Kurz-arbeitergeld implementiert. Diese Nachricht kam am 2. April. Einen gewissen Charme hätte es einen Tag vorher gehabt, denn dagegen wäre jeder noch so subtile Aprilscherz arbeitslos geworden. TSG 1899 Hoffenheim - nicht mehr zum Lachen, sondern nur noch lächerlich. Zweite Liga, walten Sie Ihres Amtes.  

Der Fußball, ein Glücksspiel: Da können schon mal Kugeln nicht dort landen, wo sie landen sollen. Weil sie auf halbem Weg irgendwo stecken bleiben, in vielbeinigen Abwehrreihen zum Beispiel. Oder im eigenen System. Einer wird am Ende die richtige Kugel schieben. Eins aus 18 lautet also die Erfolgsformel. Alles sehr geheimnisvoll, alles sehr komplex. Morgen ist wieder Samstagslotto. 

    

03.04.

Ich muss schon sagen: Pünktlich auf die Minute. Der Peruaner hatte zwar gestern Ruhetag, doch dafür kochte der Österreicher groß auf. Vorzüglich in die Pfanne gehauen und zu Kuchen verarbeitet. Als Nachtisch noch müller'sche Hausmannskost und perfekt war das Gala-Dinner. Nächste Woche Mittwoch werde ich wieder auswärts essen. Dann aber wirklich beim Italiener. 



















02.04.

Einmal Pasta Buffon und Pizza Pirlo! Bitte um 20:45 Uhr liefern. Grazie.



















01.04.

Pressemitteilung: Der Fußballverein aus Hamburg (nicht der FC St. Pauli) hat bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) einen Antrag auf Namensänderung gestellt. Wie heute bekannt wurde, hat das Gremium selbigem stattgegeben. Der Traditionsklub, zuvor 125 Jahre unter der Bezeichnung "Hamburger Sportverein" bekannt, gab damit der dringenden Bitte zahlreicher Vereinsikonen nach. Laut Aussage der nicht genannten Spieler, die den Norddeutschen in den 80er Jahren zu internationalen Ehren verholfen hatten, sei diese Maßnahme aufgrund der aktuellen sportlichen Entwicklung unumgänglich gewesen. Weiterhin erklärten die Legenden, mit dem drastischen Eingriff eine zunehmende Beschmutzung der Marke "HSV" und eine einhergehende Assoziation zum ehemaligen Vorzeigeobjekt "Hamburger Sportverein" unter allen Umständen verhindern zu wollen.

Als weitreichenstärkstem Medium des Landes liegt Mittermeiers Sportblog die Pressemitteilung der beteiligten Verbände vor. Demnach wird die Buchstabenkombination "HSV" mit sofortiger Wirkung als Kürzel für "Häme Scham Verlegenheit" in Kraft treten. Sportchef Frank Arnesen verweigerte eine persönliche Stellungnahme, während sich Trainer Thorsten Fink begeistert zeigte und für den Saison-Endspurt prompt neue Ziele formulierte: "Rechnerisch ist die Meisterschaft noch nicht entschieden, auch wenn es rein mathematisch natürlich sehr schwer wird. Aber die Mannschaft hat Qualität. Ich denke, das hat man in den letzten Wochen gesehen. Unser Anspruch kann und muss der Titel sein."

   

30.03.

Weltgewandt reagierten die Bayern auf die verpasste Meisterschaft: Regierungschef Heynckes entlarvte sich als Zypern-Versteher. Durch die Einwechslungen von Müller und Ribéry hob auch er massig Geld von der Bank ab. Bayerisch bodenständig ging ohnehin nichts zu an diesem denkwürdigen Abend. Das niederprasselnde Nass war kein Regen, sondern Weihwasser, welches die Heroen segnete. Lothar Matthäus tippte auf ein 8:0 und bekam fast Recht. In der Osterandacht werden morgen vier Pizza-Schnitten verteilt. Und ein Schweiniripperl. Doch Obacht: Zuletzt legten ihnen Düsseldorfer, Londoner und sogar Hamburger jeweils zwei Eier ins heimische Nest. Am Dienstag läuft der Hase anders. Also Ohren spitzen und dem Jupp lauschen. Denn wir alle lechzten nach mehr Europa. 

  

30.03.

Schumacher gesteht Doping! Immer mit der Ruhe. Dass ein anderer Schumacher gemeint sein muss, haben die letzten drei Formel-1-Saisons bewiesen. 

 

28.03.

War was? So ein fußballerischer Frühjahrsschlaf im Spätmärz ist wärmstens zu empfehlen. Er tat erstens gut und zweitens not, außerdem war er geschmeidig unterzubringen. Diese Länderspiel-Doppelschicht braucht doch kein Mensch. Selbst Messi fand's zum Kotzen. Und der kickte in Bolivien. Unsere Elite-Auswahl wurde schon durch Teilzeit-Profis aus Kasachstan in arge Nöte gebracht. Neuer(lich) führten sie schonungslos die akuten Defizite im Tempo-Dribbling vor Augen. Und alle Tore beim 4:1 erzielten Deutsche. Puh, also Weltmeister 2014, das wird schwer, wenn nicht unmöglich. Eigentlich. Jogi wusste es bereits vor dem kasachischen Crashtest. Aber der isch ja eben au der Bundeschtrainer. 

Weitaus Erquickenderes hatte die Briefraube aus dem englischsprachigen Raum zu berichten. Oldies but Goldies! Die Trefferquote des bald 35-jährigen Dirk Nowitzki wächst parallel mit seiner Gesichtsbehaarung. Der fast 35-jährige Tommy Haas zieht gewitzt den (D)joker. Der bereits 36-jährige Mark Webber passt sein individuelles Gute-Laune-Barometer an die allgemeine Großwetterlage an. Eisig, frostig, kühl.

Ich krieche jetzt schnell wieder unter die kuschelige Decke. Ostereier suchen. 



















24.03.

Ich nehme alles zurück: Massa darf doch vor Alonso ins Ziel kommen! Dafür waren sie sich diesmal im Brauseladen nicht ganz über die Vorfahrt einig. Der führenden Motorsportseite des Landes liegt ein exklusives Bild der Wogenglättung im Bullenstall vor...


23.03.

Alonso, du Herrscher der Weltmeere und Vertreiber aller bösen Mächte: Das Schöne an Spielen gegen Kasachstan ist ja, dass man sich mal eine Fußball-Pause gönnen kann. Und die Reifenschoner beim Reifenschonen zu bewundern, macht auch Spaß. Heute früh wollten sie herausfinden, wer im Halbnassen am Schnellsten langsam fährt. Massa montierte sich die aerodynamisch vorteilhaftesten Schwimmflügel und kraulte zum vierten Mal nacheinander vor Kapitän Alonso an Festland. Hat er jetzt ein Seepferdchen gewonnen? Wäre ja naheliegend bei seinem Ferrari-roten Schnorchel. Alonso agierte dagegen so umsichtig wie der Steuermann der Costa Concordia. Wollte die Mädchen am Beckenrand mit verschiedenen, parallel vorgeführten Schwimmstilen beeindrucken. Aber der Schmetterling stürzte ab und der Delfin kicherte nur. Künstlerpech. Deshalb ist die einzig offene Frage nur noch, wie Ferrari Knecht Felipe möglichst auffällig wieder auf Normalmaß zurechtstutzt. Ihm Taucherbrille und Sauerstoffflaschen wegzunehmen, ist eine Option. Ihm beim Boxenstopp ein paar Strafsekunden draufzupacken, eine Bessere. Ihm ohne Not das Getriebe zu wechseln, die Niederträchtigste. Alonso müsste man sein. Kann er nicht auch Zypern aus der Sackgasse befreien, wo er schon Ferrari seinen Stolz zurückgegeben hat? Kann er nicht die Managementgehälter begrenzen? Den falschen Frühling hinfort zaubern und den falschen Neuner gleich mit? Gomez wäre dankbar. Ach Fernando, du galaktischer Retter unseres Universums. Wenn wir dich nicht hätten.

Hallo? Echo? Helene?

 

22.03.

Bislang ist Daniel Ricciardo in der Formel 1 nicht sonderlich auffällig geworden. Nicht positiv, aber auch nicht negativ. Das ist keine Selbstverständlichkeit, der Kerl ist erst 23 und hat gerade seine zweite Saison als Stammfahrer (Toro Rosso) in Angriff genommen. Jetzt aber, nach den Freitagstrainings in Malaysia, hat der junge Australier mal die nichtssagenden Weichspüler-Phrasen in den Wäschetrockner gepfeffert und zur Abwechslung selber Pulver angerührt, womit er die Trommel in Gang setzt. Die ehemals ehrwürdige Formel 1 ist zu einer besseren Reifen-WM verkommen, und Ricciardo hat folgende, wahre Worte gefunden, die das destruktive Gejammer übersteigen: "Wir müssen schauen, wo es hingeht. Es kann nicht sein, dass wir im Rennen zehn Sekunden langsamer sind als im Qualifying, weil alle nur rumrollen und ihre Reifen schonen. Das ist nicht wirklich Formel 1. Die GP2 war im Qualifying heute schneller als wir bei unseren Longruns. Wir wollen schneller fahren und nicht wie mein Großvater zehn Runden lang langsam fahren müssen und erst dann wieder Gas geben, sondern das gesamte Rennen pushen." 

 

14.03.

Weißer Rauch, roter Dampf, blaues Auge: Kaiser Franz kann seinen Namen nicht durch bloßen Zufall ergattert haben. Gut, Kaiser, das ist ja mehr oder weniger geläufig, personenübergreifend verwend - und vielseitig einsetzbar. Aber Franz! Dieses schroffe "Fr", genauso schroff wie einst "Knorrrrr". Dann dieses elegante "anz", genauso elegant wie der Würdenträger weiland über den Platz stolzierte, mit einer Leichtigkeit, einer Zierde, im Takt des musischen Gleichklangs: "Gute Freunde..." Unnachahmlich. Das gibt's nur einmal, dachten wir, ohne die ursprüngliche Thematik aus den Augen zu verlieren, auf welchem Grundstock diese göttliche Fügung einer Anrede denn nun wurzle. Als gestern weißer Rauch empor stieg, fielen die Zusammenhänge wie Schaumkronen von Weißbiergläsern. Kaiser Franz, Papst Franziskus. Da hat einer seine Selbstverwirklichung in der Lichtgestalt gesucht und gefunden. In der Münchner Gnadenkapelle aber wurde Kardinal Ulrich nicht einer feierlichen Geistesgesinnung Herr. Roter Dampf umgab sein Haupt und verdrängte den weißen Rauch zurück ins Konklave. Kräftig schimmerte ein blaues Auge. Habemus Viertelfinale.


11.03.

Tatort beim Ersten: Der FC Bayern bleibt der FC Bayern, auf ewig, und das heißt: Selbst im größtmöglichen Erfolgsfall (mehr Vor-sprung als die deutschen Skispringer) und der perfiden Demütigung aller einstigen Rivalen (Boateng schießt ein Tor), kann der grummelige Josef nicht einfach den Moment auskosten, die Rekorde zählen und sich von der wertschätzenden Kalle-Offerte geschmeichelt fühlen. Denn das geht ja wirklich nicht. Ein Unding! Ich und Funktionär, ja wo kommen wir da hin!? Das kann man vielleicht in der Rente machen, aber doch nicht mit 68! Und überhaupt, mein Verein ist Borussia Mönchengladbach! Loben wollte der Kalle den Josef, seine Leistung würdigen, ihm den Bayern-roten Teppich ausrollen. Umsonst. Wie man's anstellt, ist es falsch. Kritische Zwischentöne werden nicht geduldet, die Erwähnung des Wortes "Guardiola" verursacht akuten Würgereiz, und freundliches Hofieren verbietet sich der Vorruheständler in spe nun ebenfalls. Es ist wohl am Besten, gar nichts mehr zu sagen zum Tatort beim Ersten. Hüllen wir die Vorkommnisse in den Mantel des Schweigers.


09.03.

Nagut, dann kann auch ich es zugeben: Ja, es ist Liebe...



















08.03.

Und noch ein Paar wenige Schritte vor dem Altar: Michael Ballack hat Jogi Löw aus der Ferne heftig gedrückt und ihn zu seinem ultimativ letzten Ballyhoo eingeladen. In der Geschenkbox: Nivea-Creme. Als Trauzeuge mit dabei: Philipp Lahm. Wer unter Tränen absagen musste: Kevin-Prince Boateng. Die Vermählung findet in Leipzig statt. Hoch lebe der Capitano!

  

06.03.

Blicken wir gerührt nach Hannover: Dort lässt man die Leine los. Präsident Kind organisiert aktuell den Herzblatt-Hubschrauber für den Jörg und den Mirko. Damit sie endlich mal ungestört reden können, beschwingt Ausflüge zusammen machen (nach Polen?), gegenseitig die Größe von Menschen schätzen, einfach alles tun können, wofür im hektischen Alltag nie Zeit und Muse bleibt. Hoffen wir, dass sie in der trauten Zweisamkeit nicht ihre gute Kind-erstube vergessen. Wenn Susi hauchflüstert, finden Fußball und Romantik eben doch zueinander.

Auch in der Champions League wurden Zärtlichkeiten ausgetauscht: Vor atemberaubender Kulisse der wundervollen Altstadt Manchesters turtelten Mourinho mit United, Sir Alex mit dem Schiedsrichter und Ronaldo mit Rooney. Dann aber, als die Geschichte langsam in medias res ging, störte ein Portugiese, der so heißt wie eine alte Tante von mir, die herzliche Atmosphäre. Wahrscheinlich war er eifersüchtig, vielleicht fühlte er sich aber einfach nur vernachlässigt und wollte die ungeteilte Aufmerksamkeit erhaschen. Wenigstens für einen kurzen Moment, bis ihn der Unparteiische des Feldes verwies. War's denn eine rote Karte? Des Sünders Antwort fiel unmissverständlich aus: Na, ni(e)!     

 

01.03.

(K)ein Fall für Sherlock Watzke: Jürgen Klopp, Liebhaber fernöstlicher Verhaltensmuster, hat einen Bogen von Asien zum Guttenberg-Konkurrent aus dem Süden gespannt. Alles, schluchzt Klopp, alles, was seinen entthronten Pokalsieger stark gemacht habe, würden diese Bayern ungefiltert imitieren. Ein Pressing wie im Kreißsaal des Klinikums rechts der Isar, junge Spieler, die auch noch deutsch sind, und natürlich Tempo, Tempo, Tempo - nur ja kein herkömmliches Taschentuch. Doch Meister Klopp kann sich wieder beruhigen. Der polnische Stürmer, der in näherer Zukunft im roten Trikot brillieren wird, ist keine plumpe Fälschung nach dem Vorbild des Dortmunder Originals. Auch keine Kopie, kein Duplikat, keine anmaßende Karl-Theodor-Nummer. Die bayerische Variante wird ein Unikum sein. Argwohn überflüssig, Sherlock Watzke. Sie brauchen nicht eingreifen.     



















20.02.

Damenwahl: Am gestrigen Abend sah London, dass die Münchner Touristen in der Tanzschule aufgepasst hatten. Eigentlich nur auf der Durchreise vom Emirates ins Wembley, wussten sie mit ihren stilistisch-delikaten Einlagen die einheimische Menge zu überzeugen und ernteten, nach der Kür, ihren verdienten Diener. Die allesamt in schicker dunkler Garderobe gekleideten Deutschen bewiesen den strengen Richtern, das Fortune für weitere Gastauftritte auf europäischem Parkett zu besitzen. Der Manuel hatte sich besonders bemüht, einen vorbildlichen Wiegeschritt in den natürlichen Bewegungsablauf zu integrieren. Als die fünfzehnminütige Pause gerade beendet war, demonstrierte er dem Beifall spendenden Volke seine perfekte Ausführung. Auch andere glänzten auf dem Absch(l)ussball mit einstudierten Mustern: Der Javi switschte lässig zwischen Salsa und Tango, der Philipp gefiel mit kurzen Schritten beim Discofox, und während der Toni sehr früh das rechte Tanzbein geschmeidig in die Höhe schnellen ließ, blieb der David lieber bei der klassischen Variante: Wiener Walzer. Vielleicht steht ja bald, wenn wir unter den letzten acht sind, die Damenwahl an. Juventus wäre zu haben. Da, schaut, sie lächelt schon rüber, die alte Dame.   


15.02.

Wir wollen LaBrassBanda: Pferdefleisch-Skandal! Eurovision-Song-Contest-Vorentscheid-Skandal! Stefan-Raab-als-TV-Duell-Moderator-Skandal! Und als ob wir nicht schon heftig genug geschüttelt und gerührt und geplagt und gefieselt wären, nimmt der Fußball keine Rücksicht, nein, er haut noch munter feste druff: Stefan Effenberg auf der Kandidatenliste von Schalke 04! Marc-Andre ter Stegen angeblich vor einem Wechsel zum FC Barcelona! Gerade dorthin, wo sie nur Einsilber kennen: Messi. Xavi. Pedro. Ein Iniesta fällt da schon in die Kategorie wie hierzulande Donaudampfschifffahrtselektrizitätenhauptbetriebswerkbauunterbeamtengesellschaft. Wenn der Gladbacher Torhüter tatsächlich in Katalonien aufkreuzt, meinen die Barca-Fans ja, der Verein hätte gleich vier Neue auf einen Schlag geholt: Den Marc. Den Andre. Den Ter. Und den Stegen nicht zu vergessen. Skandal! Wir wollen LaBrassBanda!

 

12.02.

Na also: Geht doch. Man muss ja nur meckern. Goldig. 


11.02.

Beim Ski-Weltfestival in Schladming verfahren die Austria-Asse konsequent nach dem olympischen Motto: Sche, dass a dabei sats. Die Leistungen der Österreicher waren öde in der ersten Woche. Aber so ist das nunmal mit dem ollikahn-esken Druck, der auf einem lastet, ständig und in allen Variationen, Luftdruck, Anpressdruck, Druckerpatronen und so weiter. Da wollen wir mal nicht päpstlicher als der Papst sein. Wer dennoch Patentrezepte für Linderung hat, der möge sie bitte an die Adresse ora@labora senden...

 

01.02.

Alt und jung, die Mischung macht's: Neu-Wahlpariser David Beckham spendet sein Halbjahrs-Gehalt für ein Kinderhilfsprojekt. Eine Geste, wovor man nur den Hut ziehen kann: Well done, Becks! Ziehend in einem anderen Sinn, nämlich an-ziehend, fand der allgegenwärtige Silvio Berlusconi den allgewaltigen Mario Balotelli. Darum holte er den spätpubertären Bengel sogleich ins Seniorenheim AC Milan - womit der Altersschnitt natürlich im Eimer ist. Aber wie wir seit kurzem wissen, können zwischen jung und sexy sowie alt und erhabenen ja durchaus gewisse Relationen bestehen. Unter Einfluss des traditionell enthaltsamen Berlusconi verwendet der deutsche Sprachgebrauch dafür nun einen innovativen Ausdruck: Verbrüder(le)ung.

Ruhrgebiet rules: In Amerika rennen sich in der Nacht von Sonntag auf Montag bullige Halb-Roboter in ausgebeulten Ganzkörperpanzern mit martialisch anmutenden Kopfbedeckungen gegenseitig über den Haufen. Alles wegen eines kleinen, unschuldigen, orangenen Objekts. Sie treten es und werfen es und begraben es unter sich. Und die ganze Welt schaut zu. Super Bowl nennt sich dieser Heidenspaß, bei dem die Arena grölt, wenn das Spielgerät über das Gestänge fliegt. Aus der Bundesliga kennen wir dieses abstrakte Phänomen von Schalke 04. Erst heute haben sie den schaulustigen Amis mal wieder gekonnt verdeutlicht, wie man diesen super Ball, also so einen Super Bowl, schulbuchmäßig spielt. Hach, ohne Schalke wäre das Leben wahrlich ärmer.

 

27.01.

Voller Tatendrang: Marvin Compper, ehemalig Hoffenheim, ehemalig hoffnungsvoll und noch ehemaliger Nationalspieler, hat seine originelle Arbeitseinstellung mit über den Brenner zum neuen Brötchengeber AC Florenz geschleppt. Er könne sich in den halbleeren Stadien der italienischen Serie A einfach nicht richtig motivieren, klagte Löws verhinderter Abwehrchef verbittert und gab Andreas Müller die Schuld. Medienberichten zufolge hat Florenz Kontakt zu Jürgen Klinsmann aufgenommen. Damit Compper wieder den Atem spürt. Den Atem.



















20.01.

Die deutschen Handballer machen Spaß: Vor zwei Tagen bezwangen sie Weltmeister, Europameister und Olympiasieger Frankreich. Seitdem ist das Team so etwas wie der FC St. Pauli des Handballs: Weltmeistereuropameisterolympiasiegerbesieger. Heute nun erfolgte der souveräne Einzug ins Viertelfinale. Überragender Spieler in einer homogenen Truppe war Silvio Heinevetter. Der Torwart pusht sich selbst dermaßen zu Höchstleistungen und demoliert des Gegners Willen durch psychologische Kriegsführung erster Klasse, dagegen war Olli Kahn ein frommes Lämpchen. Hätte Lance Armstrong nur einen Bruchteil von Heinevetters Eigenmotivation gehabt, wäre die Vita der Oprah Winfrey um eine Interview-Sternstunde geschmälert. Ich plädiere, dass Jammerlappen Armstrong in den RTL-Dschungel zwangseingezogen wird. Um das Rumgeheule zu erleben, würde selbst ich für eine Sendung in die Niveau-Bezirksliga absteigen. Die Handballer indes treffen jetzt möglicherweise auf Gastgeber Spanien. Wer wissen will, was es mit der Bezeichnung "Turniermannschaft" auf sich hat, im deutschen Fußball aber nicht fündig wird, der hat am Mittwoch ein Rendevouz mit seinem Fernsehgerät. Also Jogi - einschalten! Vielleicht lernen Sie ja was.  

 

17.01.

Tja, liebe beleidigten Scheichs, Öl-Multis, Abramovichs und Kollegen: Das sabbernde Wedeln mit den vielen Scheinchen hättet ihr euch getrost sparen können. Dem Josep Guardiola geht es nämlich nicht um Kohle. Bei Bayern befeuert er mit seinem überschaubaren Gehalt sogar die Mindestlohn-Debatte auf's Neue. Doch das nimmt der weltbeste (mindestens!) Fußballtrainer in Kauf. Ätsch. Tagesordnungspunkt eins sieht jetzt vor, die bayerische Kultur anzunehmen. Das fängt mit Weißwurst-Frühstücken an, wobei das Hauptaugenmerk auf dem Erlernen des "Zuzelns" liegt, und es mündet in schlichte Dinge wie den Dialekt. Wir wollen ihm da natürlich helfen. Ein Beispiel: Wie spricht sich "mes que un club" auf bayerisch aus? Korrekt, "mia san mia" natürlich. Verstanden, Pep? Kalle Rummenigge betätigt sich ebenfalls schon recht verheißungsvoll als Sprachlehrer. Die ersten Wörter, die er Guardiola beibrachte, waren "nüchtern", "seriös", "rational" sowie der unverzichtbare Satzbaustein "am Ende des Tages". Zu Guardiolas Lernstrategie dozierte Rummenigge: "Er wird nicht nach München kommen, sondern weiter in New York bleiben und dort Deutsch lernen." Ein in sich schlüssiges Verhalten. Sicher die Logik eines Gepriesenen.



















10.01.

Danke, RTL! Der Bachelor ist in aller Munde (und auf mancher Lippe). Was man so hört. Auf eigene Erfahrung kann ich mich da nicht berufen, denn solche Art Sendungen schaue ich mir natürlich aus Prinzip...also das heißt...in der Regel...nicht bewusst an, sondern...äh...gestern beim Durchzappen...bin ich zufällig kurz...an der einen Stelle hängen geblieben...aber wirklich nur ganz kurz! Dem gesellschaftlichen Kriechgang kann sich keiner von uns erwehren. Da helfen die ausgeklügelsten Neujahrsvorsätze nichts. Und als ich dann für ein, zwei Sequenzen verweilte, da tat mir der Bachelor schon leid. Allein mit 20 Frauen auf einer von RTL gestellten Luxusherberge irgendwo am Strand, Champagner schlürfend, die Drehbuch-Dramaturgie hochhaltend und rote Rosen verteilend - welch unzumutbarer Zustand. Ein modelnder Anwalt hat diese niederträchtige Aufgabe übernommen und bewältigt sie bis hierhin heldenhaft. Und weil RTL schon immer weitblickend gedacht hat, fallen sogar Früchte ab, die man nicht einmal zu ernten gewillt war. Sollte es nämlich zukünftig zu Manager-Engpässen bei den Fußballklubs Paris St. Germain, Manchester City oder dem VfL Wolfsburg kommen, werden diese Vakanzen federnd abgefangen - vom Bachelor. Die stark ausgeprägten Egos von Ibrahimovic, Balotelli und Diego sind höchstens Kleinkram gegen den Zickenkrieg der holden Weiblichkeiten. Da steht er dann locker drüber. Das Ausmisten der aufgeblähten 50-Mann-Kader wird ebenfalls kein Problem darstellen: Mit Resterampen und deren Entledigung kennt sich der Bachelor ja seit Neuestem vortrefflich aus.

     

06.01.

Krönung: Die österreichischen Bischöfe versammeln sich heute auf ihrem Hof, um König Gregor I. Hilfestellung beim Besteigen des Throns zu geben - wenn nötig. Damit er es aus eigener Kraft schafft, werden auch tausende Vertreter des Plenums zugegen sein. Während der feierlichen Zeremonie, in der Gregor I. seine Vorjahreskrönung an gleicher Stelle wiederholen möchte, schwenken sie geschlossen Fahnen, auf denen zwei rote und ein weißer Streifen zu sehen sind. Das Volk versteht dies als ein symbolisches Zeichen der Huldigung. Norwegische Kardinäle werden voraussichtlich nicht erscheinen. Oder kommt am Ende doch alles Anders?



















02.01.

Der Berg ruft: Halbzeit in der Fußball-Winterpause, Halbzeit bei der Vierschanzentournee. Die Bundesligisten brechen gen Dubai oder Katar auf, die Skispringer nach: Österreich. Morgen geht die wilde Fahrt weiter, doch leider befindet sich kein Amerikaner in der Elite. Gäbe es einen, würde vermutlich der Geist der Vereinigten Staaten mitschwingen bei diesem Saisonhöhepunkt. So aber muss die Verbrüderung warten, und die Springer hüpfen eben nicht aus aktuellem Anlass von der Fiskalklippe, sondern ganz klassisch weiterhin vom Innsbrucker Bergisel. Dabei können sie noch froh sein, dass es nur der Bergisel ist und nicht zwei andere gefürchtete Gebirgsketten. Vom sogenannten 'Nürnberg' erzählt man sich Erschauderliches. Er sei so hoch, dass man für den Abstieg ein Jahr brauche - vielleicht auch zwei. Der berüchtigte 'Effenberg' ist kaum leichter zu bändigen. Strunzlastig sei er, heißt es, widerspenstig, und auf seiner Rückseite hätten sich die monumentalen Felsen zu einem Gestein verformt, das dem Antlitz eines Tigers verblüffend ähnlich sehe. Nur die Besten und Mutigsten haben die halbsbrecherische Route des 'Effenberg' gemeistert. Sie führt über vier Schanzen, sieben Brücken und ein' Rudi Völler. Gleich im Vornherein zu vermeiden gilt es indes einen Berg namens Andrea - im Sprachgebrauch oft als 'Andrea Berg' bezeichnet. Musikalisches Talent ist nämlich bitter nötig, um in Innsbruck zu bestehen. Genau wie Kameradschaft: Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt...



















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2012/2013


19.12.

Kurz notiert: Die Bundesliga-Verantwortlichen meinen es gut mit Satirikern. Muss an Weihnachten liegen, der Zeit der Bescherungen. Anstatt Stevens weiterhin durch die Liga rumplen zu lassen, weiß der FC Schalke jetzt wenigstens, wo er steht und engagierte den dazu passenden neuen Übungsleiter. Der Effekt zahlte sich sofort aus, denn nach der gestrigen Pokal-Pleite ist nicht nur das sportliche Niveau, sondern auch endgültig die Stimmung im Keller. In Hoffenheim babbelten sie lange genug um den heißen Brei herum, ohne konkret mit Messer und Gabel zu hantieren. Dann wurde der Chef vom Esstisch verbannt. Doch unter dem Interimscoach fabrizierte die Plastik-Fabrik mindestens genauso viel Kram(er) wie zuvor. Also erinnerte sich Manager Müller, welche Tugenden im Abstiegskampf gefragt sind und forderte von sich, einen Feuerwehrmann zu finden. Auf Felix Magath hoffte Hoffenheim allerdings vergebens, und so installierten sie in ihrer Verzweiflung einen ehemaligen Trainer von 1860 München. Zwar ist es bei der TSG nicht mehr fünf vor zwölf, sondern schon Kurz danach - dennoch handelte es sich dabei um keine Kurzschlussreaktion: Der Markt für Feuerwehrmänner gab Kurzfristig nichts Besseres her. Im Keller brennt's, aber zum Glück geht ja in zwei Tagen (21.12.!) eh die Welt unter.



















11.12.

Lionel Müller hat es geschafft: Mit seinen Toren 85 und 86 im Kalenderjahr 2012 übertrumpfte er Gerd Messi, der 1972 läppische 85 Mal eingenetzt hatte. Seit die als einzigartig geltende Marke geknackt wurde, diskutiert man angeregt darüber, wer von beiden, der Gerd oder der Leo, denn nun die wahre Nummer eins ist, wer der König der Torjäger, wer das Synonym des Vollstreckers. Dass dieser Vergleich schon im Ansatz hinkt, dürfte allerdings selbst laienhaften Beobachtern auffallen, zu verschieden sind einfach die Zeiten - man denke allein an die wuchernden Frisuren der 70er und stelle sie dem Trend zum Kahlkopf von heute gegenüber. Da war es für Müller ungleich härter, zwischen den ganzen haarigen Gestrüppen des Gegners Tor zu erspähen. Die vielleicht einzige Gemeinsamkeit findet sich im jeweilig funktionierenden Mannschaft-Ensemble. Im übertragenen Sinn entsprechen sich einige Protagonisten sogar. Ausputzer Katsche Schwarzenbeck ist inzwischen der Matscherano. Bulle Roth nennt sich im 21. Jahrhundert südeuropäisch gefärbt Pedro Rothriguez. Und Kaiser Franz spielt nunmehr unter einem schwer zu identifizierenden, jedoch gewitzten Pseudonym: Piquenbauer.



















10.12.

Motorische Flexibilität: Angeführt von Schnauzbart-Diego heulten die Wölfe beim Sieg in Dortmund mächtig auf. Auch die Aktionen der unterlegenen Hausherren hatten Hand und Fuß - nämlich ziemlich wenig Hand und recht viel Fuß. Der Schiri aber entpuppte sich als Grobmotoriker. Hand, Fuß, ist doch alles irgendwo dasselbe. Vor allem der in sich ruhende BVB-Boss Watzke konnte ihm da nur zustimmen. Einzige Kehrseite der Medaille: Stark geschmolzen ist der Dortmunder Rückstand auf die Bayern dadurch nicht gerade.

 

07.12.

Mehr Europa: Ob nun Sarkozy oder Hollande, es ist wirklich egal. Die französische Revolution kommt. Unaufhaltsam. So war nun eben Platini an der Reihe, für mehr Europa zu sorgen. Was die EU verbockt, setzt die UEFA munter fort. Na bravo. Die EM 2020 wird wohl ein flächendeckendes Ereignis, ein Kontinentalturnier, wie es kontinentaler nicht sein könnte. Umschreiben lässt es sich mit dem schönen Wort pan-europäisch, denn die Spiele sollen in zwölf oder dreizehn Austragungsorten steigen, quer über den Euroraum verteilt, vornehmlich in Hauptstädten. Wie praktisch für die allesamt fußballverrückten Staats - und Regierungschefs. Der Weg vom Stadion zur Staatskanzlei ist kein weiter. So können sie sich ohne lästige Reisestrapazen öffentlichkeitswirksam auf den Ehrentribünen ihrer Heimatländer sonnen, Bürgernähe durch das gemeinsame Interessensgebiet rundes Leder vorheucheln - und sich anschließend sofort wieder gegenseitig die Köpfe einschlagen. Es lebe die Europäische Union!



















03.12.

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe! Hoffenheim entlässt den Fußball-Lehrer Markus Babbel. Eine Maßnahme wie aus heiterem Himmel. Wer konnte damit rechnen? Hatte sich nicht Manager Andreas Müller trotz der sportlichen Misere immer zu einhundertzwanzig Prozent hinter seinen Trainer gestellt, hatte er ihm nicht jeweils eine Job-Garantie bis zum nächsten Spiel erteilt, und das auch noch in aller Öffentlichkeit? In Nürnberg werde Babbel auf der Bank sitzen, schwor Müller vor Wochenfrist. So war es, und Hoffenheim verlor 2:4. Dann sprach Müller: Gegen Bremen werde Babbel wieder auf der Bank sitzen. Und was soll ich sagen? So kam es. Nach dem knappen 1:4 verhedderte sich der Erfolgs-Manager zwar in ausweichenden Phrasen, doch jeder glaubte an das Gute im Müller. Mit dem völlig überraschenden Schritt, sich von Babbel zu trennen, aber ist Müller in den Kreis der Heuchler aufgestiegen. Bisher lautete die Regel: Vertraue den Vertrauensbeweisen. Wenn Verantwortliche ihrem Trainer den Rücken stärkten, meinten sie es ernst, ganz klar. Jetzt das - erstmalige - Abweichen von dieser Linie. Komisch. Für Babbel können wir indes nur hoffen, dass er noch nicht beim örtlichen Tätowierer war...    

Optischer Augenschmaus: Die geschmückte Fußballbühne ist ein Laufsteg für die Schönen und Reichen. Und das passende Erscheinungsbild verlagert sich auch immer mehr auf den grünen Rasen. Logisch, denn das Auge spielt mit. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aber rücken die zuhauf produzierten Selbstinszenierungen in ein gänzlich anderes Licht. Ein Düsseldorfer Soziologie-Professor hat die beiden Größen "Aussehen" und "Leistung" gegeneinander abgewogen und ist zum Ergebnis gekommen: Die unattraktiveren Geschöpfe sind erfolgreicher. Ein Schock für Cristiano Ronaldo, der sich durch diese unverrückbaren Tatsachen in einer Zwickmühle eingeklemmt sieht: Entweder Beau oder Weltfußballer. Das Messi-Abonnement auf die Auszeichnung kann er nur als hässliches Entlein kündigen. Man darf also gespannt sein, wie sich Ronaldo aus dem Dilemma befreit. Die empirische Evidenz stellt ihn wohl vor eine kosmetische Radikalkur. Unausweichlich ist das. Gezupfte Augenbrauen und rasierte Unterschenkel könnten bald Vergangenheit sein, lieber Cristiano. Vielleicht versuchst du es mal, sagen wir, mit dem Ronaldinho-Style. Oder ein Haarschnitt à la Zinedine Zidane, das hätte doch auch was. Nicht wahr? 


30.11.

Meister is a seven letter word: Die Bundesliga ist fast 50 Jahre alt, doch zum ersten Mal in ihrer Geschichte bekommt die eigentlich irreführende Betitelung "Herbstmeister" eine berechtigte Grundlage. Die Bayern sind durch den Sieg so frei(burg), schon im November die Gewissheit zu haben, die Rückrunde auf Platz eins zu beginnen. In den 49 Jahren davor war das nie so. Da kämpften die Teams im finsteren Dezember jeweils um die Tabellenspitze zur Winterpause, um sich hernach als Herbstmeister feiern zu lassen. Wie weltfremd. Ehrlicherweise muss ich zugeben, den historischen 2:0-Erfolg im Breisgau nicht mitverfolgt zu haben. Also nicht direkt. Aber irgendwie doch wieder, weil zur selben Zeit in München die Titelmelodie angestimmt wurde: "I'm Yours" meinte die Meisterschale und den FC Bayern. Für die demoralisierten Dortmunder bleibt immerhin ein Motivations-Schlager übrig: "I Won't Give Up" könnte allerdings genauso das Motto von Schalke 04 auf den Titel sein. Oder die Philosophie des Lothar Matthäus auf einen Trainerstuhl in der Bundesliga. Nun ja. Allen Leverkusenern können wir leider keine Hoffnung machen. Nicht einmal mit dem gefühlsbetonten Schnulzensong "Lucky". Deren Glück ist nämlich bereits aufgebraucht, sonst würden sie nicht nach 14 Spielen auf Platz zwei stehen. Und auch in Frankfurt scheint der vehnomenale Saisonstart Vergangenheit zu sein. Kurz vor Weihnachten wird klar, dass es sich bei der Eintracht tatsächlich um einen ehemaligen Zweitligisten handelt. Ein klarer Fall von entLOVEd...  


28.11.

Reden ist silber... Am gestrigen Dienstag verschafften sich die Fußball-Fans mit ihrer Totengräber-Stimmung bundesweites Gehör. Eigentlich ist das schon mal ein Widerspruch in sich - durch Stille sorgen sie für Lärm. Hintergrund: Mit der Aktion will die vereinigte Anhängerschaft gegen den immer abstruser werdenden Maßnahmenkatalog der DFL protestieren. Der Ligaverband, so der Vorwurf, lasse sich vom Druck der Politik und auch der hysterischen Medienberichterstattung im Sicherheitskonzept blindlings leiten und bedrohe mit vollkommen übertriebenen Reaktionen (Ganzkörperkontrollen etc.) die deutsche Fankultur in ihrer ureigenen Form. So denken die Fans. Deshalb schweigen sie an den kommenden drei Spieltagen in den ersten zwölf Minuten und zwölf Sekunden - die DFL tagt am 12. Dezember. Was etwa in Dortmund, Schalke oder St. Pauli eine gespenstische Anfangsphase zur Folge haben wird, fällt weiter südlich nicht einmal auf. Leuchtet die Allianz-Arena blau, ist man angesichts des Zuschauerzuspruchs einen Geräuschpegel unter Null gewohnt. Und erstrahlt das Stadion in rot, bleibt es sich gleich, ob diese Instruktionen dem versammelten Plenum mitgegeben werden. Mucksmäuschenstill ist es so oder so.

  

26.11.

Hoch zu Ross: Es ist nicht überliefert, ob Alfred Hitchcock etwas mit Autorennen anfangen konnte. Falls ja, hätte ihm das Drehbuch des gestrigen Formel 1-Finales ein mildes Lächeln auf's Gesicht gezaubert, und er hätte dem Krimi-Autor ein Zeugnis erster Güte ausgestellt: Job done. Der Meisterkoch vermischte die kompatibelsten Zutaten. Zwei Teams, die sich nicht riechen können. Zwei Fahrer, die beide der jüngste Dreifach-Weltmeister werden wollten. Regen, erst tröpfchenweise, dann gar nicht, später wiederum beträchtlicher denn zuvor. Chaos, Unfälle, Durcheinander. Und mittendrin der Gottvater dieses Sports in seinem letzten Auftritt. Quintessenz des Folge-Tags: Dem Super-Sepp ist der Vettrick geglückt. Der geschlagene Alonso aber wird allmählich zum Vize-Ferdi. Zweiter 2007, Zweiter 2010, Zweiter 2012. Der Mischaäl verabschiedete sich auf Platz sieben. Jeder, der Ahnung von der Materie hat, weiß, dass Schumacher auch im gesetzten Rennfahrer-Alter noch Erstaunliches hätte bewirken können - mit einem Auto, das seinem Niveau entspricht. Doch Premium-Hersteller Mercedes ist inzwischen selbst hinter das kleine Schwester-Team eines Brauseherstellers zurückgefallen und lag am Schluss nur noch vor den drei Hinterbänklern, die pro Runde vier Sekunden auf die Spitze verlieren. Das ist wirklich so! Umso bemerkenswerter war die uneingeschränkte Loyalität Schumachers, obwohl der Glaube an Besserung zusehends schwand - bis zum Rücktritt. Nun sattelt er um, im wahrsten Sinne. Ross Brawn war gestern, hoch zu Ross ist morgen, und die Umgewöhnung geht leicht von der Hand. Das ist die positive Erkenntnis. Wenn der Champion so auf der einen verbliebenen Pferdestärke in die Abenddämmerung trabt, wird er kaum einen Unterschied zum Formel 1-Mercedes merken - die Geschwindigkeit bewegt sich nahezu auf demselben Level.



















21.11.

Vorsicht, Baustelle: Werfen wir zwischendurch einen verstohlenen Blick auf "Münchens große Liebe" - den TSV 1860 zu Untergiesing. Auch Amateur-Vereine wollen schließlich zu ihrem Recht kommen. Vor einigen Tagen haben die Löwen ihren Trainer entlassen. Ein folgerichtig wie logischer Schritt. Da die Silhouette des neuen Sechzger-Stadions weiterhin nur am fernen Horizont flackert, braucht es keinen Maurer für den Rohbau. Weil allerdings eifrig Pläne geschmiedet werden, wie denn die blaue Arena auszusehen hätte, sieht die Sache mit gelernten Raumausstattern schon ganz anders aus. Ein Loddamaddäus steht also Gewehr bei Fuß. 



















20.11.

Bunte Bundesliga: Nachdem letzte Woche der schwedische Fallrückzieher-König im Glanz und Gloria der DFB-Elf verblasste, schreiben die deutschen Vereinsmannschaften munter weiter an ihrer Heldensaga. Und nahezu jedes Team werkelt an einem eigenen Kapitel: Bremen gewinnt plötzlich, kaum dass Allofs die Biege gemacht hat. Auch der Manager profitiert. Er tauschte das eine grün-weiße "W"auf der Winterjacke gegen das andere, und schon ist leidvolles Wolfsgeheul überflüssig. Mit der Einschränkung, dass in Hoffenheim jeder Gast reich beschenkt die Heimreise antritt. Okay, jeder außer Schalke 04. Der heiße Meisterschaftsanwärter sorgte in Leverkusen vor allem durch die Aktivitäten abseits des grünen Rasens für Aufruhr. Farfan wollte nicht ausradeln, dabei hatte ihm Trainer Stevens diese Regenerationsmaßnahme höflich-adrett ans Herz gelegt. Bei Leverkusen grübelt Kießling, warum er immer noch nicht mit Jogi telefonieren durfte. Ein möglicher Erklärungsansatz: Der Stürmer ist seit 28 Jahren den Nachweis internationaler Klasse schuldig geblieben. Indes hat Dortmund endlich das schwerste Spiel des Jahres hinter sich. Mit Müh und Not zwangen sie Greuther Fürth vor heimischer Kulisse in die Knie. Für den Aufsteiger waren die gewaltigen Zuschauermassen übrigens nichts Neues. Bereits in der zweiten Liga spielte Fürth regelmäßig vor 80.000 Fans - wenn man die Besucher über die ganze Saison aufsummiert. Der VfB Stuttgart siegt in Gladbach erstens auswärts, zweitens nach Rückstand und drittens ohne Ibisevic-Tor. Wissenschaftler wurden beauftragt, um Kausalitäten dieses Mysteriums herzustellen. Bei der unterlegenen Borussia denkt Manager Eberl derweil an neue Einnahmequellen. Vier Siege, vier Unentschieden, vier Niederlagen - die Achterbahnfahrt brachte ihn auf die Idee, einen Vergnügungspark zu errichten. Gerüchte, wonach die Hauptattraktion den Namen "Favrecoaster" tragen soll, wurden von Vereinsseite bisher nicht bestätigt.

(Ein) Neuer auf der Anklagebank: Bayerns maues Remis in Nürnberg trat schnell in den Hintergrund. Viel interessanter war die Rolle von Manuel Neuer beim Gegentor. Patzte der Torhüter etwa? Neuer zeigte sich verwundert, um nicht zu sagen verstimmt, als er von der medialen Anklage erfuhr. Ob er ihn verarschen wolle, blaffte er den Staatsanwalt, Verzeihung: Reporter an. Die Geschworenen schwiegen, Fernseh-Experte Thomas Helmer aber verfehlte seine Funktion. Der frühere Verteidiger wäre prädestiniert dazu gewesen, Neuer in einem flammenden Plädoyer aus der Schusslinie zu nehmen. Doch stattdessen schwor er einen Meineid: "Den hätte sogar ich gehalten!" Richter Henyckes erteilte im Namen des Jupp den Freispruch und die Absolution: "Jedes Gegentor, das Manuel Neuer hinnehmen muss, ist zweifelsohne unhaltbar." Die Kosten des Verfahrens trage der FC Valencia. Heute Abend wird abgerechnet.    

Gebt Gas! Unsere drei Flitzer brausen mit Volldampf in Richtung Champions-League-Achtelfinale. Zwei Kreuzungen vor den Parkbuchten stehen noch aus, und Blechschaden sollten vermieden werden. Der gelb-schwarze Rolls Reus legte bis dato ein unerwartet flottes sowie konstantes Tempo vor. Die Langstreckenfahrten nach Manchester und Madrid überstand er fast unversehrt - zwei kleine Kratzer beim Ausparken sind die einzigen Makel. Der rote Aston Martinez missachtete in Weißrussland die Vorfahrt, hielt sich ansonsten jedoch schadlos. Aber die Engstelle in Spanien könnte für das luxuriöse Gefährt nochmals kritisch werden. Am königsblauen Papa(dopoulos)-Mobil hingegen ist im Rheinland der Motor ausgefallen. Allerdings haben wir ja gehört, dass in Gelsenkirchen eh lieber das Fahrrad benutzt wird. Und außerdem haben sie es morgen Abend nicht weit. Ein Navi zur Turnhallebraucht es nicht, denn dorthin kann man sich eigentlich nicht farfan.



















13.11.

Ein Klaus im Wolfspelz: Mein zweiter Lieblingsverein neben den Bayern, der VfL Wolfsburg, bietet für alle Liebhaber gepflegter Ganztags-Unterhaltung ein schier unerschöpfliches Reservoir an unfreiwilliger Real-Satire. Man dachte ja, mit Alleinherrscher Felix sei die Spitze der Komik bereits erreicht, das Potential ausgeschöpft, der Wolf mit den sieben Geißlein gesättigt. Aber Magath fraß unbedacht, und manch vermeintlicher Leckerbissen entpuppte sich als ungenießbare Rohkost. Wie etwa das Geißlein Diego. Nachdem er lange von innen an die Bauchdecke gestoßen und getreten hatte, um rauszukommen aus diesem Exil, wurde der böse Wolf gleich selber entsorgt. Jetzt hat Lorenz das Rudel am Hals, und Geißlein Diego tollt plötzlich ganz unbekümmert herum. Doch das VfL-Haus ist noch immer ein wackeliges Gebilde. Deshalb soll der Zeremonienmeister der Bremer Stadtmusikanten die unbeholfenen Geißlein vor der fürchterlichen weiten Welt bewahren. Und falls das Vorhaben gelingt, hat der Diego endlich seinen Papa wieder bei sich: Einen Klaus im Wolfspelz.  

 

10.11.

Falscher Fünfziger: Wir befinden uns nicht nur in einem Internet-Social-Media-Smarthone-Handy-App-Zeitalter. Ebenso geht der Trend hin zu Buchveröffentlichungen. Äußerst populär: Das Niederschreiben existentieller, für das tägliche Sein und Wirken unverzichtbarer Kernthesen aus dem breitgefächertem Bereich Fußball. Theo Zwanziger ging zwar nicht als legendärer Torschützenkönig in die Bundesliga-Annalen ein, auch nicht als dirigierender Spielmacher und nicht mal als eisenharter Vorstopper - doch diese minimale Lücke im Lebenslauf hielt den ehemaligen DFB-Präsident selbstverständlich keineswegs davon ab, seine fußballerischen Memoiren zu verfassen. Die Enthüllungsgeschichten überraschen, sie ecken an, und eigentlich hätte man dem netten Theo derartiges Nachtreten gar nicht zugetraut. Über Uli Hoeneß herzuziehen, scheint ganz besonders in Mode zu sein. Da lässt der falsche Fünfziger keine Stänker-Gelegenheit aus. Wie kreativ, wie innovativ, wie originell. So also ist Theo Zwanziger: Horror von Hoeneß, Rächer der Liga, Ritter des Rechts. Gähn.

  

04.11.

Ein Fuchs, dieser Bernhard Ecclestone: Auch im christlichen Alter von 82 Lenzen gehen dem Formel 1-Zampano die Ideen nicht aus. Sein neuester Geistesblitz aber kratzt an einer bisher beispiellosen Größenordnung. Da sich in all den Debatten um Kostensenkungen in diesem durchaus exquisiten Sport stets die Frage stellt, wie eine Budgetobergrenze und deren Durchsetzung zu überprüfen sind, hat auch Ecclestone angestrengt an Lösungen gefeilt. Sein Vorschlag sieht eine Kontrolle von innen heraus vor: Die Mitarbeiter der Teams, so der Brite, sollen ihren jeweiligen Arbeitgeber bei Unregelmäßigkeiten anschwärzen. Im Klartext: Die eigenen Leute sollen petzen! Und das Beste: Wenn es nach Ecclestone geht, werden sie dafür mit einer halben Millionen Dollar belohnt - als kleine Motivationsspritze. Eine Richtlinie, die sicherlich befruchtend auf Loyalität und Arbeitsklima wirkt. Wirklich merkwürdig, dass keiner vorher drauf gekommen ist.


03.11.

Hans Meyer wird 70: Wir wollen herzlich gratulieren, Glück, Zufriedenheit und Gesundheit wünschen. Mit seiner ironisch-bissigen Art bereicherte der Kult-Coach die oftmals arg stereotypischen Verbalergüsse der Bundesliga. Zu Ehren des Jubilars ein paar Leckerbissen. Über einen Stürmer aus Ghana konstatierte Meyer: „Er lernt jetzt seit zwei Jahren die deutsche Sprache und kann schon 'Guten Tag' sagen.” Zu einer Vertragsverlängerung meinte er: „Wir mussten das Training eine halbe Stunde unterbrechen, weil die Spieler sich so gefreut haben. Einige haben sogar geweint.” Lob aus Mannschaftskreisen betrachtete er differenziert: „Torwart Jörg Stiel sagte mal, ich wäre sein bester Trainer gewesen. Später erfuhr ich, dass er nur zwei hatte.”

Zeitlose Feststellung am Rande: Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass bei den weltbesten Fußball-Trainern nicht etwa das taktische Verständnis, die systematische Flexibilität oder eine offensive Spielphilosophie als universelle Basis fungieren? Nein? Dann hier die weitaus putzigere Erläuterung. Neben unstrittigen Erfolgen auf der Visitenkarte tritt als kleinster gemeinsamer Nenner in erster Linie der Vorname auf - Josef nämlich. Als da wären: Josef Heynckes, Josef Mourinho, Josef Guardiola. Und freilich der illustre Vierte im Bunde: Josef Hickersberger.


28.10.

Abschiedsgeschenk oder Abschiedsstrafe? Das Formel 1-Team von Mercedes lässt wirklich keine Gelegenheit aus, seinem scheidenden Star-Fahrer Michael Schumacher den unweigerlich nahenden Abschied einigermaßen erträglich zu gestalten. Als wäre die alle physikalische Grenzen sprengende Performance unter dem Silberkleid nicht schon Präsent genug, schenken die Sternträger dem Champion a.D. zum Saisonende sein aktuelles, sprich letztes Auto. Wie immer trifft Volkes Stimme die Sachlage wohl am Treffendsten. Ich möchte mich im Voraus ausdrücklich von nachfolgendem Alternativverwendungsvorschlagskomittee distanzieren und betonen, dass sämtliches Kreativpotential fremder Quelle entspringt. Plagiat klingt seit Guttenberg so böse, nennen wir es deshalb einfach Inspiration. Also: User in einer Motorsport-Community zerbrachen sich ihre Köpfe, was Renn-Rentner Schumi denn mit der opulenten Mercedes-Gabe anstellen könnte. Weiterverkauf in Auktionshäusern war da ein großes Thema, allerdings befürchtete manch einer die Schwere dieser Aufgabe - die Optik, die Leistung, die negative Konnotation. Andere wiederum schlugen die Zweckentfremdung zum Gartenutensil vor. Als Blumenkübel zum Beispiel oder als Rasenmäher. Oder, auch schön, als Komposthaufen. Weniger soft in die Tasten haute ein übereifriger Schreiber. Der Wagen sei weder schnell noch hübsch, vielleicht brenne er wenigstens gut, meinte er. Gar radikal presste ein Forums-Mitglied seine mutmaßliche Verbitterung in die Zusammenhangsanalyse, Stuttgart hätte sich nur so spendabel gezeigt, weil den sparsamen Schwaben die offizielle Entsorgung jenes - Zitat - "Sondermülls" zu kostspielig gewesen wäre. Das leuchtet ein, erneut differierende Meinungen aber zielen auf die psychologische Komponente ab: Sollte nämlich Schumacher jemals Lust auf ein zweites Comeback bekommen, würde der Anblick des Autos als Abschreckungsmaßnahme erster Güte dienen...

  

27.10.

Chancengleichheit und Gleichberechtigung: Südlich von unseren Gefilden hatte ein vormaliger Regierungschef italienischer Abstammung, Silvio B. (Name der Redaktion bekannt), lange Zeit sehr viel Einfluss. Beruflich wie privat. Aber er übertrieb es, sodass aus Einfluss ein mittelgroßer Einlauf wurde. Apropos laufen: Das mussten auch leidgeprüfte Spieler unter dem deutschen Fußballtrainer Felix M. (der eigentlich Wolfgang heißt) im schönen Niedersachsen. Und das nicht zu knapp. Zwar haben Silvio B. und Felix M. ungefähr so viel miteinander zu tun wie Lance Armstrong und sauberer Sport, doch beide eint die Feststellung: Das war nicht meine Woche. Empfindliche Rückschläge beendeten ihre Amtsperioden, ihren Einfluss und - im Falle - Silvio B. sogar den Freigang. Soweit der status quo. Und weil vor dem Gesetz bekanntlich alle gleich sind, wird sich daran nichts ändern. Natürlich nicht. Also schlussfolgern wir: Silvio B. geht mit ebenso hoher Wahrscheinlichkeit in den Knast, wie Felix M. bald parallel den FC Barcelona und Real Madrid trainiert.  


21.10.

Absage für das ZDF-Sportstudio: Geplant war, dass Jogi Löw das Länderspiel mit der vergnügten Schlussphase vom vergangenen Dienstag im Detail aufarbeitet. Allerdings lag dem Bundestrainer der schwer verdauliche Schwedenhappen wohl noch zu sehr im Magen. Den angekündigten Besuch musste er absagen. Wir empfehlen ihm zur raschen Genesung vor allem eines: Schwedenbitter. Aber nicht alles auf einmal nehmen und sich beschwingt-euphorisch fühlen, Jogi. Hintenraus könnte sonst wieder der Kater folgen... 

Vereinsliebe: Nachdem eine nicht ganz erfolglose Düsseldorfer Rockband in einer Ballade vor 13 Jahren dezent kundtat, wie unbändig in jedem Einzelnen doch das Feuer für den FC Bayern lodere, wie enorm die Bewunderung für Uli Hoeneß sei und wie sehr sie die wirtschaftliche Potenz des Münchner Weltklubs beeindrucke, kam es nun - endlich -  zur längst überfälligen Ehrenmitgliedschaft. Okay, nicht bei den Bayern, sondern der Fortuna, aber wir sollten das nicht zu eng sehen. Künstlerpech halt. Obwohl: Eigentlich hatten sie ja extra zur Wiederauflage des Bundesliga-Klassikers mit einem neuen Song Eindruck bei Hoeneß schinden wollen: 'Altes Fieber' heißt die Platte, und selbstverständlich ist sie auf die grenzenlose Verbundenheit zum Rekordmeister gemünzt. Für Aufsteiger Düsseldorf war an Tagen wie gestern ohnehin nichts zu holen. Fünf Münchner Böllerschüsse, eine 90-Minuten-Lehrstunde, weniger als der Windhauch einer Chance - oder auch: Tote Hose.



















13.10.

Schmerz lass nach: The Reus of Germany hat unsere Nationalauswahl zu einem lockeren 6:1 über Irland geballert. Trotzdem scheinen zwei andere Dinge eine höhere Wertigkeit aufzuweisen. Da wäre der Friedensnobelpreis für die EU. Und da wäre die Hymne auf Dudelsäcken. Man darf gespannt sein, wie die Rechtfertigungen ausfallen. Vorerst aber verbleiben wir in der alten Weisheit: Ir(r)en ist menschlich.  


10.10.

Vergleichswerte: Fünf Jahre lang hat sich Extremsportler Felix Baumgartner auf seinen Sprung aus 37 000 Metern vorbereitet, gestern aber musste er zunächst verschoben werden: Schlechtwetterfront. Hoffen wir für ihn, dass es mit Verzögerung noch klappt. Dann wüsste Baumgartner (43) annähernd, wie sich Michael Schumacher (43) fühlt - und das alle zwei Wochen. Läuft alles nach Plan, würde der Österreicher während des freien Falls nämlich die Schallmauer durchbrechen - 1100 Kilometer pro Stunde, damit wäre er fast so schnell wie Schumis Formel 1-Mercedes. Aber auch nur fast. Außerdem könnte sich Baumgartner auf eine Stufe mit Angela Merkel stellen. Die äußeren Einflüsse, die er bei Stratos und Kollegen erreicht, kennt die Kanzlerin von ihren Griechenland-Besuchen: Wenn die Luft dünn wird und so.   


08.10.

Stabübergabe: Eigentlich kann man jedes Wochenende minutiös darauf warten, dass Jürgen Klopp wieder seine vorbildlichen Manieren zur Nachahmung freilegt. Mal setzt er sein schönstes Sonntagslächeln auf, um dem vierten Offiziellen oder alternativ dem Linienrichter einen lauschigen Aufenthalt zu wünschen, mal übt er sich hinterher in feinster Diplomatie, um die Leistung der Unparteiischen zu bewerten. Sachlich, seriös, objektiv. Allerdings helfen die Gentleman-igsten Gesten nicht weiter, wenn seine Truppe regelmäßig ihre Schlussphase-Allergie auslebt. Neun Punkte liegen sie schon hinter den Bayern. Das dürfte dem Kloppo lanz schön auf die Stimmung schlagen. Wetten, dass? Und der rote Rekordmeister hat auf einmal einen anderen Revier-Rivalen mit super Talent - mein Gott, Schalk(e). Am nächsten Spieltag können sich schwarz-gelb und blau-weiß dann gegenseitig den Hintern verbohlen. Äh, versohlen.

Entwicklungspotential: Das genaue Gegenteil zum ruhigen und bedachten Dortmunder Kindergärtner ist der aufbrausende wie unbeherrschte Bruno "Giovanni" Labbadia. Seit dessen Aufbegehren vom vergangenen Sonntag machen die italienischen Wurzeln endlich Sinn. Im Gegensatz zu seinem legendären 1998er Vorbild etikettierte er Bundesliga-Trainer als "Deppen", während Mister Trapattoni damals die Bezeichnung "Idiot" in den überschäumenden Mund nahm. Und war bei Trap am Ende die Flasche leer, sind Brunos Mülleimer rappelvoll. Von Hand vorgenommene Belastproben der Standfestigkeit Stuttgarter Tischplatten gab es keine, und auch auf einen "Struuuuuunz" wartete man vergebens. Da hat der Lehrmeister noch Arbeit vor sich.   

     

03.10.

Immer diese Medien: Der letztjährige Champions League-Finalist mit Stammsitz im Freistaat Bayern brauchte einstweilen kulturelle Abwechslung zur hiesigen Wies'n und erkundete deshalb das schöne Weißrussland. Betriebsausflug nennt man das wohl. Um obendrein für etwas Bewegung zu sorgen, vereinbarte die Klubführung ein abendliches Fußballspiel gegen einen einheimischen Verein. Ohne die Spannung verfrüht rausnehmen zu wollen: Weder gewannen sie, noch spielten sie unentschieden. Dass der Gegner aus Borisov nicht gerade PATE stand, machte die ganze Angelegenheit nur unwesentlich erfreulicher. Soll man also lange drumrum reden? Ja, unbedingt. Der bestbezahlte Trainingskiebitz Deutschlands hatte sich zuvor über die "lätscherne" Gangart beim Besuch Bremens echauffiert. Via Medien. Das wiederum bewegte den verantwortlichen Übungsleiter dazu, über diesen "Populismus" zu schimpfen. Via Medien natürlich. Verwunderlich, hatte man doch in der Vergangenheit den Eindruck, dass eher der frühere Strippenzieher und jetzige Tegernsee-Verweiler zuständig für "populistische Scheiße" sei. Was lernen wir daraus: Der Auftritt im fernen Osten war lätscherne Scheiße, die durch populistische Äußerungen auch nicht angenehmer roch. Sorry, aber so ist das nunmal. 

 

30.09.

Seit kurzem ist die (Pussy-)Cat aus dem Sack: Lewis Hamilton - und mit ihm Miss Scherzinger - wechseln zur nächsten Saison die silbernen Seiten. Aus McLaren mach Mercedes. Aus dem besten Auto hüpft er in die fünft-"beste" Konstruktion, die wohl einem Formel 1-Rennwagen nahe kommen soll. Hamilton trifft diese für viele Unbeteiligte schwer nachvollziehbare Entscheidung aus folgenden Gründen: Er brauche eine neue Herausforderung, wie er sagt, außerdem hätten ihn Werte wie Tradition (des drei Jahre alten Teams) und Leidenschaft (um Platz sieben zu fahren) absolut eingenommen. Klar, warum auch nicht? Ach ja: Statt 45 gibt es in der Vertragslaufzeit 75 Millionen Euro. Aber das war bei den Verhandlungen sicher eine belanglose Banalität. Die 30 Mille Differenz dürfen im Übrigen als Schmerzensgeld verstanden werden. 



















24.09.

Tapetenwechsel: Formel 1-Pilot Michael Schumacher hatte wohl genug von den wüsten Spekulationen über Sein oder Nichtsein, Rennerei oder Ruhestand. Die alljährliche Reise nach Jerusalem betreffend zu vergebender Cockpits mutierte in seinem Fall immer mehr zum Transferkarussell mit neuer Rekord-Umlaufgeschwindigkeit, sodass es die Sitze fast aus der Verankerung riss. Mit dem gestrigen Singapur-Crash hat sich Schumi ein alternatives Etappenziel ausgesucht. Beißender Spott und manch medial-öffentliches Ausbremsmanöver brachten den Altmeister nun auf die Idee, von seiner Reiseroute nach Jerusalem abzuweichen und dafür den Gang nach Canossa anzutreten. Ankunftszeit offen. 


20.09.

Anschauungsunterricht: Beim Champions League-Auftakt gewannen die deutschen Teams ihre Spiele. Dortmund 1:0, Schalke und Bayern 2:1. Gratulation. Doch damit nicht genug: Nebenbei sorgten unsere siegreichen Vertreter für die endgültige Klarstellung eines weit verbreiteten Begriffs. Alle drei verschossen einen Elfmeter - und verdeutlichten damit, warum es umgangssprachlich "Englische Woche" heißt...


17.09.

Integrationsspieltag in der Bundesliga: Am Wochenende verzichteten alle Teams auf Einnahme-orientiertes Trikotsponsoring und trugen stattdessen die universelle wie kostengünstige Aufschrift "Geh deinen Weg". Vor allem der HSV sah sich inspiriert. Er setzte die Botschaft gleich im doppelten Sinne in die Tat um. Zunächst zeigte die Hafenstadt präventive Entschlossenheit und integrierte Rafael van der Vaart erfolgreich in das sinkende Schiff. Dann gingen sie - getreu dem Motto - unbeirrt ihren Weg fort. Nämlich den nach unten. Jürgen Klopp wurde nicht zu Unrecht doppelter Meistertrainer. Man hätte auf ihn hören sollen. Im Vorfeld begrüßte er zwar die Aktion, regte jedoch im selben Atemzug eine Satz-Ergänzung an: "Ich würde noch hinzufügen: Am Besten den richtigen." Der Hamburger SV erwägt mittlerweile juristische Schritte wegen Verleumdung, Vorspiegelung falscher Tatsachen und Hinters-Licht-Führung.  

Übereifrig: Hannovers Huszti nahm den Spieltags-Appell fast schon zu wörtlich. Sein Weg führte ihn nach dem Siegtor in der Nachspielzeit Oberkörperfrei in die Fankurve, woraufhin Schiri Aytekin die beiden ihm zur Verfügung stehenden gelben Karten in rekordverdächtigen 3,65 Sekunden miteinander integrierte. Weg war der Hustzi. Und überhaupt hätte es für die ganze Kampagne authentischere Schirmherren bedurft. Wie zum Beispiel Xavier Naidoo.  



















14.09. 

Bayern München gefällt durch Spezialisierung der Aufgabengebiete: Während Präsident Hoeneß seine Politik des gezielten Giftpfeils gegen den Dauerrivalen aus dem Westen up to date brachte, sah sich Vorstands-Boss Rummenigge bemüßigt, die überquellenden Expertenmeinungen und dazugehörigen Experten in einem Aufwasch abzuwatschen. Bravo! Das ist vorexerzierte Arbeitsteilung eines Weltklubs im 21. Jahrhundert. Ein Paradebeispiel für alle Unternehmen, die es zu etwas bringen möchten. 

Schwere Zeiten für den Bundes-Jogi: Seit die Öffentlich-Rechtlichen bei Länderspielen durch die diplomatisch-dezenten Analytiker Scholl und Kahn vertreten werden, verliert Löw regelmäßig auch die 3. Halbzeit. Dabei hat Kapitän Lahm doch die Mission ausgegeben: WM-Titel 2014! Warum sich Olli und Scholli bei ihrem Ex-Arbeitgeber jedoch so unbeliebt machen, ist angesichts der beiden beeindruckenden Siege über die Färöer und Österreich eine Frage, die es zu diskutieren gilt.